22. Mai 2026

Schwarz, recycelt, kompromisslos: CWS Hygiene bringt Design und Kreislaufwirtschaft zusammen

CWS Hygiene vereint mit seiner Produktlinie PureLine EcoBlack erstklassiges Design und einen hohen Recyclinganteil – ohne Kompromisse bei Funktion und Robustheit. Christoph Schmidt, Head of Product Portfolio & Innovation beim Haniel-Portfoliounternehmen, über eine Entwicklung, die mit einer Designfrage begann und nach intensiver Partnersuche und zahlreichen Praxistests in einem Kreislaufpaket endete.

Bild von einem schwarzen Seifenspender in schwarzer Kohle.
Zirkuläre Hygiene neu definieren: Mit dieser Ambition startete CWS Hygiene in die Entwicklung seiner neuen Produktserie PureLine EcoBlack. Entstanden ist ein Sortiment an Spendern aus bis zu 98% recyceltem Kunststoff.

Mattschwarz im Waschraum: Ein Interior-Trend erreicht die Hygienewelt

Schwarze Spender für Seife, Papier und Desinfektion sind kein kurzfristiger Trend. Bei CWS Hygiene gab es die Nachfrage schon länger – aus Hotels, der gehobenen Gastronomie, aber zunehmend auch zur Gestaltung von Waschräumen in modernen Bürogebäuden. Gerade dort setzen Kunden inzwischen nicht mehr nur auf weiße oder silberfarbene Sanitärprodukte. Stattdessen überträgt sich der Interior-Trend aus dem privaten Bereich zunehmend auch auf die professionelle Hygienewelt in öffentlichen Gebäuden und gewerblich genutzten Immobilien.

Foto von Christoph Schmidt auf einer Messe.
Performance und Recycling im Fokus: Christoph Schmidt, Head of Product Portfolio & Innovation bei CWS Hygiene, und sein Team haben ein Produkt entwickelt, das Kunden auch jenseits des Nachhaltigkeitsarguments überzeugen soll.

Für Haniels Portfoliounternehmen CWS Hygiene, ein führender Partner für nachhaltige und effiziente Waschraumlösungen, stand dabei fest: Wenn Schwarz, dann richtig. „Wir wollten nicht nur ein einzelnes Panel oder einen dunklen Akzent gestalten, sondern ein komplett schwarzes Gerät entwickeln", sagt Christoph Schmidt, Head of Product Portfolio & Innovation. „Außerdem sollte Schwarz mit unserem strategischen Thema Kreislaufwirtschaft zusammenspielen, insbesondere mit der Wiederverwertung von wertvollen Rohstoffen."

Zwei Männer testen einen Papierspender auf einer Messe

Recyclingkunststoff statt Biokohle? Wie CWS Hygiene das richtige Material fand

Am Anfang der Entwicklung standen ein ambitioniertes Ziel und die schwierige Suche nach geeigneten Materialien und Produktionspartnern. CWS Hygiene testete zeitweise etwa mit Biokohle. Die Logik dahinter: Pflanzen entziehen während ihres Wachstums CO2 aus der Atmosphäre. Wird dieses Material anschließend dauerhaft gebunden, könnte sich theoretisch ein sehr günstiger ökologischer Fußabdruck ergeben – im Idealfall sogar klimapositiv. In der Praxis hielt das Material dem Anspruch an die Performance der PureLine jedoch nicht stand. Und auch mit Blick auf gängige Nachhaltigkeitsstandards entschied das Team um Christoph Schmidt, zu einem parallellaufenden Strang zurückzukehren: konsequentes Recycling statt CO2-neutral um jeden Preis. „Letztlich haben wir mit bis zu 98% recyceltem Kunststoff ja auch fast das Maximum erreicht.“

Daher ist Schwarz die perfekte Farbe für Recyclingmaterial

Warum schwarze Farbe und Recyclingmaterial so gut zusammenpassen? Weil sich ausgediente Vorprodukte in sämtlichen Ausgangsfarben stabil schwarz einfärben lassen. Kaschiert werden Unregelmäßigkeiten, die bei hellen Oberflächen schnell sichtbar wären. 

Das macht die Entwicklung einer kompletten Recycling-Produktserie aber längst nicht zum Selbstläufer. „Wir haben diverse Anforderungen an Fertigungspartner – zum Beispiel wollen wir, dass unsere eigenen Spritzgusswerkzeuge sowohl für Neukunststoffe als auch für Recyclingkunststoffe verwendet werden,“ so Schmidt. „Außerdem muss das Material einer Premium-Spenderlinie gerecht werden – insbesondere was die Haltbarkeit angeht, aber auch bezüglich Optik und Haptik.“ 

Im Zentrum der Entwicklung stand bald ein Kunststoff, der im Alltag viel aushalten muss: ABS (kurz für: Acrylnitril-Butadien-Styrol). Er wird überall dort eingesetzt, wo lange Haltbarkeit, Formstabilität und Robustheit gefragt sind – etwa in Haushaltsgeräten oder in der Automobilindustrie. Für die EcoBlack-Produkte von CWS Hygiene kommt das ABS vorwiegend aus einem Wertstoffstrom von Elektro-Altgeräten. „Man muss schon gut suchen, um jemanden zu finden, der den Kunststoff in der für unsere Produkte benötigten Qualität liefern kann“, sagt der Head of Product Portfolio & Innovation. Der Markt wachse zwar – aber die Beschaffung ließe sich nicht eins zu eins mit Neukunststoff vergleichen.

Vom Labor in den Alltag: Wie EcoBlack seinen Praxistest bestand

Zur Marktreife der EcoBlack-Serie führte ein iterativer Prozess: ein Zusammenspiel aus Labor- und Praxistests. Dazu zählten Feldtests bei Kunden im realen Betrieb, Belastungstests an Prüfständen mit Robotern, die tausendfach Taster betätigen oder an Handtuchrollen ziehen, sowie Materialtests zur Verformung und Bruchfestigkeit. Die simple Frage dahinter: Wann gibt ein Bauteil nach, und wie viel Alltag hält es aus? Aber auch Aussehen und Handhabung müssen stimmen. 
Dass Nachhaltigkeit in manchen Kreisen derzeit weniger laut diskutiert wird als noch vor einigen Jahren, änderte für Christoph Schmidt nichts am Anspruch. „Ziel war ein Produkt, das auch dann überzeugt, wenn Nachhaltigkeit nicht das primäre Kaufargument ist.“ Keine Kompromisse bei der Performance oder dem Design.

Frau nutzt einen Seifenspender in einem Waschraum.

„Black is sustainable" – der Marktstart auf der CMS Berlin

Den Marktstart inszenierte CWS Hygiene bewusst dort, wo sich Gebäudedienstleister, Facility Manager und weitere Entscheiderinnen und Entscheider informieren: auf der Fachmesse CMS in Berlin. Dort platzierte das Marketingteam einen großen schwarzen Container vor dem Haupteingang, mit der Botschaft „Black is sustainable“. Im Inneren: Kunststoffgranulate und ein exklusiver Blick auf die neue Produktpalette – Spender für Handtuchrollen, Seife, Desinfektionsmittel und Toilettenpapier, ebenso wie die Airbar, ein innovativer und minimalistischer Duftspender.

Die Resonanz in den ersten Monaten nach dem Launch lag laut Christoph Schmidt deutlich über den Erwartungen – einschließlich neuer geschäftlicher Opportunitäten, die aus den Messekontakten entstanden. Und auch im Wettbewerb sieht der Leiter der Produktentwicklung eine klare Differenzierung: Schwarze Spender gebe es im Markt mittlerweile einige, einzelne Recycling-Spender ebenfalls. „Aber nicht in der Konsequenz, mit der wir Ressourcen über unser Servicemodell im Kreislauf halten.“ Die Kombination mit besonders nachhaltigen Verbrauchsmaterialien sei in dieser Form ebenso einzigartig – von mehr als 100‑mal wiederverwendbaren Baumwollhandtuchrollen bis hin zu Papieren und Seifen mit höchsten Cradle‑to‑Cradle‑Zertifizierungen.

Stil trifft Alltagstauglichkeit: EcoBlack im Tapas-Restaurant Valencia

Wie die neue Produktserie im Alltag angenommen wird, zeigt ein Beispiel aus der Gastronomie: Das Tapas-Restaurant Valencia in Neu-Isenburg bei Frankfurt setzt in seinen Waschräumen und im Bar-Bereich auf Spender aus der PureLine-EcoBlack-Serie. Design, das zum hochwertigen Ambiente passt, und ein robustes System für den dauerhaften Einsatz über viele Schichten hinweg – das seien im täglichen Betrieb entscheidende Faktoren, so Betriebsleiter Ilgar Oguz. Der Anspruch an Ästhetik und Funktion führte die Betreiber des spanischen Restaurants zur Produktserie und zum Service von CWS Hygiene.

EcoBlack erweitert das etablierte Kreislaufmodell

Die Basis des Kreislaufansatzes ist das seit Jahrzehnten eingespielte Servicemodell. Kunden mieten zum Großteil die Produkte von CWS Hygiene, anstatt sie zu kaufen. Haniels Portfoliounternehmen liefert dann im vereinbarten Turnus passende Hygieneartikel aus, wäscht und liefert langlebige Handtuchrollen und Fußmatten – und sorgt bei Anzeichen von Abnutzung oder Beschädigung der Produkte für eine Reparatur oder passenden Ersatz. Hinzu kommt ein umfassendes Sortiment an umweltfreundlichen Verbrauchsmaterialien, die sich auch mit der neuen PureLine EcoBlack kombinieren lassen. Dazu zählen zum Beispiel eine Cradle-to-Cradle-zertifizierte Schaumseife, Cradle-to-Cradle- und FSC-zertifiziertes Papier aus alten Kartonagen oder die ikonische Baumwollhandtuchrolle.

Aufbereiten statt entsorgen

In seinen „Act Circular“-Zentren bereitet CWS Hygiene gebrauchte Spender für weitere Einsätze auf – und macht Kreislaufwirtschaft damit zum Business Case. Vorteil: Dieser Service wird auch die Lebensdauer der EcoBlack-Produkte verlängern. 

„Mit EcoBlack haben wir unserem Kreislaufansatz eine weitere Ebene hinzugefügt“, resümiert Christoph Schmidt. „Recycling und Wiederaufbereitung findet jetzt nicht mehr nur in unserem Servicemodell und vielen unserer Verbrauchsmaterialien statt, sondern erstmals auch in der Herstellung einer Spender-Produktlinie.“ Das erfolgreiche Entwicklungsprojekt sei für CWS Hygiene weniger ein Endpunkt als ein Erfahrungsraum: Was funktioniert bei Material, Werkzeugen, Produktionsprozessen und Partnern – und was lässt sich für andere Materialien, Farben und Produktlinien übertragen? Der Plan ist klar: Auch in weiteren Spenderlinien soll der Anteil an Recyclingmaterial schrittweise steigen. EcoBlack liefert dafür die Blaupause.

Autor

Marius Hoff

LinkedIn-Admin, Podcast-Fan und born & raised im Ruhrgebiet. Berichtet als Teil des Team Communications über spannende Entwicklungen und inspirierende Menschen aus der Haniel-Welt. Nächstes Ziel: Alle Portfoliounternehmen mit dem Rennrad besuchen.
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