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Auch Ackern will gelernt sein

03.07.2019

Am Franz-Haniel-Gymnasium können Schüler in der Garten AG ihren grünen Daumen beweisen. Lesen Sie hier, was es mit dem Projekt auf sich hat!

Nicht nur Mathe, Deutsch und Co. stehen auf dem Stundenplan des Franz-Haniel-Gymnasiums – geackert wird auch im Garten. Denn hier pflegen rund 18 junge Gärtner die zehn schuleigenen Beete. Die AG an Haniels Partnerschule wird begleitet von der GemüseAckerdemie, einem ganzjährigen, theorie- und praxisbasierten Bildungsprogramm. „Ziel ist es, die Wertschätzung für Lebensmittel bei Kindern und Jugendlichen zu steigern“, erklärt Susanne Büchner von Ackerdemia.

Farbenfrohe Kartoffeln vom Schulhof

Mittlerweile hat der Garten des Gymnasiums bereits eine über 10-jährigeTradition. Angefangen hat in diesem Jahr alles mit der ersten Pflanzung am 1. April. Dabei säten und pflanzten die kleinen Gärtner Pflücksalate, Rote Beete, Radieschen, Frühlingszwiebeln, Möhren, Stangensellerie, Fenchel, Knoblauch, Kohlrabi, verschiedenfarbige Kartoffeln, Haferwurzel und Baby Leaf. Ende Mai stellten die Schüler der Garten-AG bei der zweiten Pflanzung dann erneut ihren grünen Daumen unter Beweis: Mit vereinten Kräften wurde gebuddelt, gepflanzt, gesät und gewässert. Das Ganze geschah jedoch nicht ohne Plan oder gar „querbeet“, sondern unter Anleitung von Experten. So bekamen die Schüler aus den Klassen 5-11 Besuch von ihren Ackermentoren der Ackerdemia, dem gemeinnützigen Sozialunternehmen, das hinter dem Bildungsprogramm „GemüseAckerdemie“ steht. Ackerdemia bietet den Lehrpersonen des Gymnasiums Fortbildungen, besucht die Schule zu den Pflanzungen und stellt Jungpflanzen und Saatgut zur Verfügung – die Leitung der Äcker übernehmen die Lehrer selbst. Dank der Acker-AG ist auf dem Schulgelände bereits eine grüne Oase entstanden, durch die den Schülern die Natur ein kleines Stückchen nähergebracht wird. „Damit unsere Bemühungen von Dauer sind, bilden wir Lehrer uns in maßgeschneiderten Fortbildungen rund um den Ackerbau weiter“, erklärt Lehrerin und Ackerleiterin Ethel Kurz.

Frisch aufs Pausenbrot

Der Lerneffekt für Groß und Klein kommt bei all dem Spaß nicht zu kurz: Die GemüseAckerdemie stellt den Kindern passende Materialien zur Verfügung und klärt sie auf zu Themen wie: Pflanzenanbau und -ernte, nachhaltiges Wirtschaften, gesunde Ernährung, globale Zusammenhänge des Gemüseanbaus und Vieles mehr. Da lernt auch der ein oder andere Erwachsene Neues dazu: „Einige Pflanzenarten wie Palmkohl, Stoppelrübe oder Haferwurzel kannten nicht einmal die Kollegen“, gesteht Lehrerin Ethel Kurz. Wie das geerntete Gemüse – insgesamt sind es 25 Sorten – verwendet wird, entscheiden die Kinder schließlich selbst. Da ist auch Naschen erlaubt – am besten schmeckt es schließlich frisch vom Feld. Frau Kurz erklärt: „Die Kinder legen sich beispielsweise die Kresse auf ihr Pausenbrot, bereiten gemeinsam einen Salat mit Dressing aus Gewürzen der Kräuterspirale oder nehmen etwas mit nach Hause.“