Verantwortung

Ein Masterplan für Duisburg

20.03.2017

Am 7. März wurde der Masterplan Wirtschaft vorgestellt. Auf Initiative des Unternehmerverbands und der IHK Duisburg haben verschiedene Akteure in den letzten zwei Jahren an dieser Wachstumsstrategie für Duisburg gearbeitet – auch Kollegen von Haniel waren dabei.

„Frag nicht, was Deine Stadt für Dich tut, sondern was Du für Deine Stadt tun kannst“ – unter diesem Motto steht der Masterplan Wirtschaft für Duisburg, der letzte Woche beim Zukunftskongress in der Mercatorhalle vorgestellt wurde. 2015 wurde der Masterplan vom Unternehmerverband und der Niederrheinischen IHK initiiert. In den letzten zwei Jahren haben die Stadt und Unternehmer aus Duisburg in fünf Arbeitskreisen intensiv daran gearbeitet und so erstmals eine Strategie für die Zukunft des Standorts geschrieben. Zur Halbzeit im Frühjahr 2016 wurden 48 Projektvorschläge und Handlungsempfehlungen vorgelegt. Die Vorschläge, die die Wirtschaft zum Teil als Projekte finanzieren will, sind konkret: ermäßigter Steuersatz für Gründer, Zertifizierung der Verwaltung als mittelstands- und unternehmerfreundlich, ein Prozess zur Imageverbesserung des Standorts. „Der Masterplan ist kein Wunschkatalog der Wirtschaft, sondern ein gemeinsames Projekt mit der Stadt und vielen gesellschaftlichen Akteuren. Wir wollen Stärken und Schwächen des Standorts aufzeigen und gemeinsam etwas anstoßen und weiterentwickeln“, sagte Heinz Lison, Sprecher der regionalen Wirtschaft des Unternehmerverbandes. Oberbürgermeister Sören Link betonte: „Das ist der richtige Plan zur richtigen Zeit. Reden ist gut – machen ist besser.“ Und auch NRW-Bauminister Michael Groschek sieht die Zukunft Duisburgs positiv: Es seien erhebliche Investitionen in die Infrastruktur geplant, von denen die Stadt als Logistikstandort profitieren könne. Er appellierte an die Einwohner: „Wer sich arm und klein verkauft, wird auch so behandelt. Duisburger, seid selbstbewusst.“

Handlungsempfehlungen für Wachstum
Die Arbeitskreise stellten in einer Talkrunde ihre Ergebnisse vor. So fordert zum Beispiel der Arbeitskreis Gründung und Mittelstand einen Wirtschaftsdezernenten für Duisburg und strebt einen Ausbau der Gründerinitiativen an. Der Arbeitskreis Infrastruktur, Umwelt und Energie setzt sich für zusätzliche Gewerbeflächen und eine bessere Verkehrsinfrastruktur ein. Eine optimierte Vernetzung der Bildungslandschaft ist das Credo des Arbeitskreises Bildung, Integration und Technologie. Vor allem müsse an der Flexibilität der verschiedenen Bildungsgänge gearbeitet werden.

Engagement von Haniel
Auch Haniel hat sich an der Erstellung des Masterplans beteiligt. Denn, wie Dr. Florian Funck in der Podiumsdiskussion zu den „Zukunftschancen des Wirtschaftsstandortes Duisburg“ erläuterte: „Diese Stadt braucht bürgerschaftliches Engagement. Wir sehen uns als Unternehmensbürger und wollen unseren Teil zur Entwicklung und Stärkung des Standortes beitragen.“ Jutta Stolle leitete den Arbeitskreis „Image und internationales Profil“, Martina Tinnefeld wirkte im Arbeitskreis „Familienfreundlichkeit“. In Kurzinterviews erzählen die beiden, wie der Masterplan entstand.

Jutta Stolle, Leiterin Arbeitsgruppe „Image und internationales Profil“

Wie sah die Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe „Image und Internationales Profil“ aus?
Stolle: Wir haben uns insgesamt 11-mal getroffen. Im ersten Jahr haben wir uns der Analyse gewidmet, im zweiten Jahr konkrete Maßnahmen erarbeitet. Wir haben dabei sehr gut mit Vertretern der Stadtspitze und aus der Wirtschaft sowie Medien- und Kommunikationsexperten zusammengearbeitet.

Welches Fazit ziehen Sie aus dem Projekt?
Stolle: Die Sprachlosigkeit zwischen Stadtspitze und Wirtschaft wurde aufgebrochen und wir haben ein gemeinsames Verständnis für die Stadt und ihre Probleme entwickelt. Durch die gute Zusammenarbeit ist eine Aufbruchsstimmung entstanden.

Was schlagen Sie vor?
Die Digitalisierung bietet Duisburg die Chance auf ein modernes Image, mehr Beschäftigung und neues Wachstum. Die Stadt muss sich für ihre digitalen Potenziale nicht verstecken, aber stärker zusammenarbeiten und besser kommunizieren. Wir brauchen eine Kommunikationsstrategie, die die Standortvorteile besser zur Geltung bringt.

Wie geht es weiter?
Wir werden uns auch weiter ein bis zwei Mal im Jahr treffen. Ein Teil der Gruppe arbeitet bereits an der Umsetzung erster Maßnahmen.

Martina Tinnefeld, Mitglied der Arbeitsgruppe „Familienfreundlichkeit“

Wie sind Sie in die Arbeitsgruppe „Familienfreundlichkeit“ gekommen?Tinnefeld: Durch die Teilnahme an dem Preis für das „familienfreundlichste Unternehmen Duisburgs“, den wir 2015 gewonnen haben. Als Verantwortliche für das Thema bei Haniel wurde ich gefragt, ob ich mitwirken will.

Welche Maßnahmen haben Sie erarbeitet?
Tinnefeld: Die Leitfrage war, wie wir Unternehmen bei der Einführung familienfreundlicher Maßnahmen unterstützen können und bereits vorhandene Beispiel sichtbar machen, um Fachkräfte anzuziehen. Denn Familienfreundlichkeit ist dabei ein wichtiger Standortfaktor. Wir fordern bezahlbare Kinderbetreuungs- und Wohnangebote für Familien. Dazu sponsern wir bessere Spielplätze und gründen ein Unternehmensnetzwerk, um uns besser auszutauschen.

Wie geht es weiter?
Tinnefeld: Ab jetzt sollen die Handlungsempfehlungen des Arbeitskreises soweit wie möglich umgesetzt werden. Ein Teil des Lenkungskreises wird jährlich den Umsetzungsstatus prüfen.

Welches Fazit ziehen Sie?
Tinnefeld: Ich finde das Projekt super und hoffe, dass einige unserer Ideen und Handlungsempfehlungen umgesetzt werden und wir Duisburg dadurch zu einem gefragten Wirtschaftsstandort und damit auch lebens- und liebenswerter gestalten können. Einige der Beteiligten aus dem Arbeitskreis arbeiten nun – so auch ich für Haniel – im Lokalen Bündnis für Familie weiter. Dies ist bereits eine Empfehlung aus unseren erarbeiteten Vorschlägen, zur Familienfreundlichkeit als Standortfaktor. 

Mehr Infos zum Masterplan gibt's hier: http://www.unternehmerverband.org/profil/initiativen/masterplan-duisburg/