Haniel

Konventionen brechen

12.01.2018

Fünf Unternehmen – 19 digitale Herausforderungen: Gemeinsam mit vier Ruhrgebietskonzernen ist Schacht One auf der Suche nach neuen Ideen für KAISER + KRAFT, Certeo und ELG. Bis Ende Januar können sich Start-ups bewerben.

Warum ins Silicon Valley fahren, wenn es auch hier viele innovative Ideen und Geschäftsmodelle gibt, Teams, die bereits sind, neu zu denken und mit den Konventionen zu brechen? Das dachten sich auch Schacht One, thyssenkrupp, innogy, die Funke-Mediengruppe und Open Grid Europe. Gemeinsam schufen sie den Start-up-Wettbewerb Beyond Conventions. Die Idee: Jedes der Unternehmen schreibt zwei bis drei digitale Challenges aus dem operativen B2B-Geschäft aus. Start-ups können sich mit ihren Ideen darauf bewerben. Die besten Bewerber werden am 21. und 22. Februar zum Pitch im Hauptquartier von thyssenkrupp eingeladen. Zu dem Event werden etwa 600 Gäste erwartet, zusätzlich gibt es Keynotes und jede Menge Gelegenheit zum Austausch. Im Anschluss setzen Unternehmen und Start-ups die Gewinner-Projekte gemeinsam um. "Ziel ist es, das Ruhrgebiet als Start-up-Hub zu stärken und etablierte Konzerne und Gründer stärker zu vernetzen", sagt Laszlo Juhasz von Schacht One.

Schacht One hat drei Challenges aus den Geschäftsbereichen ausgeschrieben:

ELG: Schrottanalyse
Metallschrotte, die auf dem Platz angeliefert werden, bestehen aus tausenden verschiedenen chemischen Elementen. Um herauszufinden, aus welchen, müssen die Mitarbeiter Proben nehmen, diese einschmelzen und analysieren. Oder sie haben im besten Fall ein teures Handgerät, das eine sogenannte Spektralanalyse durchführt. „Um den Wert der Schrotte festzulegen, müssen wir genau wissen, was drin ist”, erklärt Florian Kriependorf, der die Challenge bei ELG betreut. Diese lautet deshalb: Wie kann der Prozess der Schrottanalyse anders gemacht werden – einfacher, schneller und günstiger?

KAISER + KRAFT: Präsentation der Betriebsausstattung
„Der Großhandel mit Betriebsausstattung wird von der Nachfrage bestimmt“, sagt Carsten Grieß von KAISER+KRAFT. „Deshalb sind unsere Möglichkeiten, dafür Werbung zu machen, begrenzt.“ Die TAKKT-Tochter sucht nach neuen ganzheitlichen Ansätzen, um ihre Möbel zu vermarkten, die nicht auf der reinen Produktpräsentation basieren. Diese sollten einen Mehrwert für die Kunden bieten, Probleme für sie lösen oder zusätzliche Services beinhalten.

Smarte Büroausstattung

„Wir nutzen Technologien wie Internet of Things, Sensortechnologie und Sprachsteuerung immer mehr im Alltag“, erläutert Philipp Haferkamp von Certeo. „Unsere Produkte können das aber nicht.“ Das will die TAKKT-Tochter ändern: Die Produkte sollen smart und persönlich werden, so dass es Spaß macht, mit ihnen zu arbeiten. Die Challenge ist also, ein Produkt zu designen, das smart oder individuell konfigurierbar ist.