Haniel

Ein Jahr Schacht One

07.07.2017

Im April hat Schacht One seinen ersten Geburtstag gefeiert. Was seit der Eröffnung alles passiert ist und wie die Haniel-Digitaleinheit sich künftig ausrichtet, erzählt Dirk Müller im Interview.

Wo standet ihr vor einem Jahr und wo steht ihr jetzt?
Als wir angefangen haben, waren wir nur ein kleines Team mit drei Leuten. Wir hatten mit etventure einen erfahrenen Partner an unserer Seite und mit Konrad – aus dem später der Prüfplaner entstand – unseren ersten Projektauftrag von einem Geschäftsbereich sicher. Wir hatten viel vor, aber gleichzeitig auch noch wenig Erfahrung, wie solche Projekte funktionieren. Bis heute sind wir auf neun Kollegen gewachsen. Wir haben mit allen Geschäftsbereichen bereits Projekte durchgeführt oder es laufen gerade welche. Unser erstes Produkt, der Prüfplaner von Kaiser + Kraft, ist in der Inkubationsphase, in der wir verstehen wollen, wie das Angebot vom Markt angenommen wird. Wir haben in der Zeit viel Wissen gesammelt und uns ein Ökosystem an Partnern für digitale Projekte aufgebaut. Die Beziehung zu den Geschäftsbereichen hat sich super weiterentwickelt. Wir konnten auch bei den Kollegen vor Ort Veränderungen spüren, vor allem dann, wenn sie selbst im Projekt mitgewirkt haben. Wir haben auch gelernt, dass es nicht allein um Schnelligkeit geht, denn wir wollen ja auch die Kollegen aus den Geschäftsbereichen mit auf die Reise nehmen. In Unternehmen dauern manche Prozesse und Entscheidungen nun mal etwas länger. Die richtige Balance ist entscheidend.

Was war das Highlight des letzten Jahres?
Ein Höhepunkt war sicherlich der Go Live vom Prüfplaner, als erstes digitales Produkt. Ein weiteres Highlight für mich war auch, dass alle CEOs Anfang dieses Jahres ein Innovationsagreement unterzeichnet haben, in dem sie festlegen, wie viel sie in diesem Jahr in Projekte mit uns investieren. Das ist ein großer Vertrauensvorschuss für uns und gibt uns Planungssicherheit.

Ein Jahr besteht nicht nur aus Höhepunkten, was ist nicht so gut gelaufen?
Ende 2016 hatten wir so etwas wie eine Sinnkrise. Wir haben uns gefragt, wofür Schacht One letztendlich steht und was wir überhaupt selber machen können und sollten. Deshalb brauchten wir eine klarere Positionierung und einen etwas veränderten Prozess. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass unsere Rolle vor allem darin besteht, die Geschäftsbereiche bei ihren Projekten zu unterstützen, ohne alle operativen Aufgaben selbst zu machen. Wir können nicht in allem die Besten sein, bringen aber die passenden und besten Partner aus unserem Ökosystem mit in die Projekte und sorgen mit unserem Ansatz dafür, dass die Projekte entsprechend umgesetzt werden. Dabei fühlen wir uns als Mitarbeiter des Geschäftsbereiches und machen uns dessen Herausforderungen wirklich zu eigen.

Was plant ihr für das zweite Jahr?
Wir wollen weiter viele Projekte machen und das Volumen des Innovationsvertrags auch entsprechend nutzen. Das Ziel ist es auf jeden Fall, sichtbare Ergebnisse zu produzieren. Andererseits wünsche ich mir vor allem für mein Team genug Freiraum, um selbst kreativ zu werden und uns selbst zu entwickeln, um auch neue Impulse liefern zu können. Wenn man mit den Projekten so stark eingebunden ist, bleibt dazu manchmal zu wenig Zeit. Weiterhin wollen wir unseren tollen Standort auf Zollverein noch stärker zum Dreh-und Angelpunkt für die Projekte machen und vielleicht gewinnen wir sogar neue Räumlichkeiten dazu – den Platz könnten wir gut brauchen.

Wo steht Schacht One in fünf Jahren?
Heutzutage kann man nicht eigentlich nicht mehr detailliert fünf Jahre in die Zukunft schauen. Mit dem Haniel Vorstand werde ich aber die Strategie 2018+ für Schacht One formulieren. Zumindest definiert das für uns die längerfristigen Leitplanken. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass der kundenzentrierte Ansatz sich nicht nur bei den Geschäftsbereichen komplett etabliert, sondern wir auch andere Projekte bei Haniel damit angehen. Wir werden tatsächlich auch als Dienstleister von externen – durchaus renommierte – Firmen angefragt, das spricht für eine gute Positionierung. Momentan machen wir das nicht, um nicht unseren Spirit und Fokus zu verlieren. Perspektivisch sehe ich Schacht One auch als Inkubator für Start-ups, die aus den Ideen der Geschäftsbereiche entstehen.