Haniel

Der digitale Weg zum Schrottplatz

11.07.2017

Wie können Schrottplatzbesitzer ihre Leistungen besser vermarkten und Kunden den optimalen Abgabeort finden? Gemeinsam mit der Haniel-Digitaleinheit Schacht One hat der Geschäftsbereich ELG eine Lösung entwickelt und in nur zwei Monaten realisiert: deinschrottplatz.de, eine Datenbank für Schrottplätze.

Wie alle Geschäftsbereiche arbeitet auch ELG gemeinsam mit der Haniel-Digitaleinheit daran, digitale Lösungen zu entwickeln. Schacht One arbeitet nach dem Prinzip des Design-Thinking. Das bedeutet: Frage die Menschen, welche Bedürfnisse sie haben, und entwickle dann ein Produkt, eine Dienstleistung oder gleich ein ganzes Geschäftsmodell, das diese Bedürfnisse erfüllt. In diesem Prozess versucht ELG, die ganze Wertschöpfungskette des Recyclings von Edelstahl und Superlegierungen noch besser zu verstehen - und somit nicht nur die Bedürfnisse der Kunden, sondern auch die der eigenen Lieferanten und deren Vorlieferanten. Unter anderem sprach das Projektteam mit den Besitzern von kleineren Schrottplätzen und mit Schrottsammlern, um herauszufinden, vor welchen Problemen diese stehen. Das Ergebnis: Eigentlich ist die Schrottbranche, u. a. durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz, eine Branche, die sehr stark reguliert ist. Schrottplätze müssen diverse gesetzliche Auflagen erfüllen und können sich zusätzlich nach einem umfangreichen Qualifizierungs- und jährlichem Auditierungsprozess als Entsorgungsfachbetrieb zertifizieren lassen. Einige Schrottplätze sind darüber hinaus nach ISO 9.000 und 14.000 zertifiziert, was bedeutet, dass ihr Qualitäts- und Umweltmanagementsystem spezielle Anforderungen erfüllt. Allerdings sind wie in anderen Branchen auch hier schwarze Schafe unterwegs. "Für Privatleute oder kleinere Unternehmen, die Schrott entsorgen wollen, ist es schwierig, auf der Suche nach einem Schrottplatz den Durchblick zu behalten und die Besitzer haben wenig Möglichkeiten, ihre Zertifizierungen und Leistungen zu vermarkten," erklärt Dr. Daniela Hochstein, Digital Transformation Manager bei Schacht One.

Als das Team aus Kollegen von ELG und Schacht One auf diesen "Schmerzpunkt" der Schrottplätze stieß und gleichzeitig bei der Analyse von Google-Suchbegriffen feststellte, dass sehr häufig nach Schrottplätzen gesucht wird, entwickelte es spontan eine digitale Lösung: deinschrottplatz.de. Dabei handelt es sich um ein Verzeichnis speziell für Schrottplätze. Diese können sich auf der Seite ein Profil anlegen und dort neben Adresse und Öffnungszeiten auch angeben, wie sie zertifiziert sind und welche Materialien sie annehmen. Die Kunden können durch Filter den für sie optimalen Schrottplatz schnell und einfach finden. Für Anbieter und Suchende ist die Nutzung der Seite kostenlos.

Von der Idee im März vergingen nur zwei Monate, bis die Seite im Mai live geschaltet wurde. Denn Schacht One arbeitet in seinen Projekten wie ein Start-up: Es geht nicht darum, die perfekte Lösung auf den Markt zu bringen, sondern mit einem ersten Prototyp, der dann mit den Nutzern getestet und so immer weiterentwickelt wird, zu starten. Die ersten Wochen liefen gut: "Wir haben bereits ordentlich Traffic auf der Seite und schon viel positive Resonanz erhalten", erzählt Florian Kriependorf, Projektverantwortlicher bei ELG. "Jetzt starten wir so richtig mit der Vermarktung, damit wir den Fleißigen und Sauberen in der Schrottbranche zur Geltung verhelfen."