Haniel

„Deep Dive Artificial Intelligence“: Künstliche Intelligenz ist Gegenwart

23.07.2018

Acht anregende Stunden mit Impulsreferaten aus der Praxis, sechs spannenden Pitches und über 70 Gästen: Beim ersten Event der neuen Reihe #Maschinenhalle auf Schacht One sind Mitarbeiter der Haniel-Gruppe und Schacht One-Geschäftspartner gemeinsam in das Thema Künstliche Intelligenz abgetaucht.  

Schacht One, die Digitaleinheit der Haniel-Gruppe, treibt mit Ideen und neuen Geschäftsmodellen nicht nur die Digitale Transformation der Geschäftsbereiche voran, sondern versteht sich auch als Impulsgeber der Digitalen Transformation. Das Netzwerk der Digitaleinheit, das Schacht One-Ökosystem, wächst Tag für Tag. Nun haben die Kollegen eine neue Veranstaltungsreihe zu digitalen Megatrends und Technologien ins Leben gerufen, die heute schon Mehrwert liefern können. Am 21. Juni öffnete sich dafür die Maschinenhalle, ein beeindruckender Raum direkt über den Schacht-One-Büros.  Vor 100 Jahren standen hier Dampfturbinen, Kompressoren und Ventilatoren im Mittelpunkt – heute erwartet 70 geladene Gäste aus der Haniel-Gruppe und dem Netzwerk von Schacht One ein abwechslungsreiches Event mit dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz (kurz KI, englisch: Artificial Intelligence, kurz AI).

Das Potenzial der AI
Was ist eigentlich unter AI zu verstehen ist und warum ist der Hype um das Thema so groß? Diese Fragen klärte Andreas Pflieger von IBM im Auftaktvortrag. Für IBM ist AI eine Kombination aus Technologien, die Deep Learning – also künstliche neurale Netze – mit Sprach- und Texterkennung verbinden und so die menschliche Intelligenz nachahmen. Diese soll Daten verstehen, daraus Schlüsse ziehen, lernen und so im Idealfall Prozesse und Systeme verbessern. „80 Prozent der Daten liegen heute im Dunkeln und sind somit nicht nutzbar“, erklärt Andreas Pflieger. Viel Potenzial also für AI-Ansätze. Pflieger zeigt spannende Praxisbeispiele aus der IBM-Welt: Erkennen und Klassifizieren audiovisueller Daten, proaktive Wartung von Maschinen, bevor es zu Ausfällen kommt und Optimieren von Produktionsanlagen. Ein großes Thema sind Digitale Assistenten: CIMON fliegt als digitaler Begleiter mit Alexander Gerst zur ISS, Ask Mercedes erklärt die mysteriösen neuen Funktionalitäten im Cockpit und andere AI-Helfer ersetzen die Zahnarztassistentin online bei Rückfragen. Spätestens beim jüngsten Projekt und Ausblick von Pflieger ging erstauntes Raunen durch die Maschinenhalle: Der „IBM-Project Debater“, letztlich ein mit Wissen gefütterter Computer, überzeugte das Publikum in einer Debatte über Telemedizin mit besseren Argumenten als der Mensch. Fazit: AI ist Gegenwart.

AI im Einsatz - Prozessoptimierung, Strategie bis hin zu Sales-Coaching  
Im Anschluss präsentierten sechs Start-ups ihre Lösungen, wie Unternehmen AI nutzen können: Remy A. Lazarovici von Celonis zeigte, wie deren „Process Mining“- Lösung Prozesse in einem Unternehmen visualisiert und dabei Schwachstellen aufzeigt. „Die Prozesse werden dadurch transparenter, schneller und kosteneffizienter“, betonte Lazarovici und zahlreiche Kunden schätzen dies bereits.

Kochen im eigenen Saft? Nicht mit Mapegy. Das Start-up bringt nicht nur Licht in den internen Datendschungel, sondern analysiert auch externe Daten. „Wir identifizieren heute die Chancen und Risiken der technologischen Innovationen von morgen“, erklärt Peter Walde von Mapegy. Ergebnis sind zum Beispiel elaborierte Benchmarks, die zeigen, wo der Wettbewerb vielleicht schon die Nase vorn hat, aus welcher Ecke Disruption für das eigene Geschäft drohen könnte oder wo man mit neuen Partnern noch als Pionier unterwegs wäre.

Johanna Jäger präsentierte mit i2x ein Start-up aus der Microsoft-Welt das besonders die Gäste aus Unternehmen mit starkem Sales und Kundendienst faszinierte: i2x bietet Real-Time-Gesprächsanalysen und Coaching mit direktem Feedback. “Das tägliche Training on the job hat sich als viel effektiver herausgestellt“, stellte die Microsoft Transformation Managerin heraus.

Wie schwierig es ist, geeignete Kandidaten für offene Positionen zu finden und wie langwierig Auswahlprozesse sein können – diesen „Pain Point“ hat sich moberries vorgenommen. Das Start-up aus Berlin will die erste Interviewstufe automatisieren. „Dadurch präsentieren wir nur die am besten passenden Kandidaten“, wirbt Terence Hielscher von moberries. Möglich wird dies durch AI und ein wachsendes Netzwerk von Unternehmen und Kandidaten.

„Zeitersparnis für unsere Kunden: bis zu 90 Prozent“, so beschreibt Guillaume Almetti von Inspirient das größte Plus des Start-ups. Wo Analysten und Controller Geschäftsdaten oft tagelang auswerten, braucht Inspirient nur Bruchteile, um neue Erkenntnis zu liefern.

Wie schnell AI sein kann, demonstriert auch Anna Lukasson-Herzig von nyris eindrucksvoll: Das Start-up erkennt Bilder in weniger als einer Sekunde. „Wir verfügen über eine große Bandbreite an Erfahrung“, meint die Gründerin und CEO von nyris. „Unsere Anwendungsbeispiele reichen vom E-Commerce, über Produktion bis hin zu Logistikprozessen“.

Das Publikum war sich einig: hier ist bei allen Start-ups Potenzial, was die Haniel-Gruppe weiterbringen kann. Gelegenheit zum Austauschen mit den Start-up-Vertretern gab es im Anschluss. Beim direkten Testen der Anwendungen wurde die positive Meinung der Gäste zu den jungen AI-Unternehmen bestätigt.

Wie AI-Projekte bereichern
Jörg Bienert, Berater für AI und Leiter des Bundesverbandes Künstliche Intelligenz Deutschland, setzt sich für mehr Bildung und Forschung über AI in Deutschland und Europa ein: „In Deutschland liegen wir mit Investitionen in Forschung und Entwicklung zu AI mit weitem Abstand hinter den USA.“ Mehr Wissen würde auch helfen, AI den Mythos-Charakter mit häufig negativem Beigeschmack zu nehmen. Seine Tipps für Unternehmen: Schritt für Schritt vorgehen, denn AI-Projekte begegnen in Unternehmen häufig auch Ängsten, nicht nur vor Kontrollverlust. Auch er stellte gemeinsam mit Nikolaus Trzeschan von Lufthansa miles&more und Anna Lukasson-Herzig von nyris ein Beispiel für ein gelungenes Projekt vor: Wollten Sie auch schonmal ein bestimmtes Produkt, das Sie irgendwo sehen, direkt bestellen? Oder finden Sie Produkte aus dem miles&more-Katalog spannend, wollen aber von zu Hause aus ordern? Das alles ermöglicht die schnelle Bilderkennungs-AI-Lösung von nyris: Produkt des Begehrens fotografieren, in Sekundenbruchteilen in den miles&more-Webshop hochladen und direkt bestellen. „Wir können uns auch noch weitere AI-Entwicklungen auf dieser Basis vorstellen“, unterstreicht Trzeschan. Vieles sei vorstellbar: Verknüpfung mit dem Warenbestandssystem anderer Handelsunternehmen oder auch die Steuerung von Marketingaktionen mittels Analysen zu Bestsellern oder Ladenhütern.

Fazit bei Currywurst und Bass-Combo
Bei Curry-Wurst und Live-Musik wurde der Austausch am Abend weiter vertieft und die Gäste setzten die frischen Impulse direkt um. Oft wurde bereits über erste Kooperationsszenarien diskutiert. Dirk Müller, CIO der Haniel-Gruppe und Geschäftsführer von Schacht One, zieht ein positives Fazit der Veranstaltung: „Wir haben heute gelernt, dass AI ein weites Feld von Technologien und Chancen umfasst. Es gibt die verschiedensten Ansatzpunkte für unsere Beteiligungen. Den Unterschied wird die intelligente Kombination bereits vorliegender, interner Daten mit Informationen aus externen Quellen machen. Die vielfältigen Praxisbeispiele haben gezeigt, welches Potenzial in AI steckt und was heute schon möglich ist“, hebt Müller hervor. Angesichts der exponentiellen Geschwindigkeit der Veränderungen könne er natürlich nicht sagen, wie die Haniel-Gruppe und die Beteiligungen in zehn Jahren aussehen werden. „Ich wünsche mir, dass wir bei Haniel die positive Seite der Digitalen Transformation im Blick behalten. AI ist Teil davon und wird Teil unseres Alltags sein.“ 

Sehen Sie hier ein Video vom Event.