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In der grünen Produktion

08.11.2013

Kaiser+Kraft stellt selbst Transportgeräte her – und achtet dabei auf eine besonders umweltverträgliche Produktion. Und nicht nur das: Mit der Linie „Active Green“ werden darüber hinaus CO2-kompensierte Produkte angeboten. Wie das funktioniert, zeigt ein Besuch in der Eigenproduktion in Haan.

Eine große weiße Produktionshalle am Rande eines Gewerbegebiets mitten im beschaulichen Haan, circa 20 Kilometer östlich von Düsseldorf. Auf 10.000 Quadratmetern entwickeln und fertigen hier 70 Mitarbeiter insgesamt 500 verschiedene Transportgeräte und 200 Variationen davon für die Eigenmarken Eurokraft und Quipo. Die Produktpalette reicht von der einfachen Sackkarre über Spezialtransportwagen für Flaschen bis hin zum höhenverstellbaren Arbeitstisch. Nur in Haan stellt das Unternehmen selbst Produkte her – die übrigen aus dem Katalog bezieht es von Lieferanten. „Die Eigenproduktion und -entwicklung hilft uns, Lieferanten und deren Prozesse besser zu verstehen“, erklärt Karl-Friedrich Sandmeier, Bereichsleiter Eigenfertigung. „Gleichzeitig hat sie aber auch Vorbildfunktion für andere Hersteller: mit schnellem Service, hoher Qualität und Nachhaltigkeit.“

Spülen im Großformat

Denn KAISER+KRAFT hat sich zum Ziel gesetzt, Branchenvorbild in Sachen Nachhaltigkeit zu sein und achtet deshalb während der gesamten Herstellung darauf, Ressourcen zu schonen. Dies gilt vor allem für die Beschichtung, bei der die Produkte ihre Farbe erhalten. „Das ist unsere Kernkompetenz“, erklärt der Bereichsleiter. Die einzelnen Bauteile werden deshalb eingekauft und in Haan zusammengesetzt und verschweißt. Bevor sie beschichtet werden, müssen die Teile noch gereinigt und entfettet werden – sonst haftet die Farbe nicht. „Die Reinigung funktioniert wie die Spülmaschine zu Hause“, sagt Sandmeier. „Allerdings konnten wir in den letzten Jahren die Temperatur immer weiter verringern. Wir reinigen jetzt bei 40 Grad und sparen so Energie. Das schafft eine normale Spülmaschine noch nicht.“ Auch beim Wasser spart Kaiser+Kraft: Jedes Teil wird vier Mal gespült, dabei wird das Wasser nur einmal im halben Jahr komplett getauscht. Nur bei der letzten Reinigung wird Frischwasser nachdosiert, um die Verdampfungs- und Verschleppungsverluste auszugleichen.

Jetzt wird’s bunt

Für die Beschichtung fahren die Rohlinge durch eine Kabine, in die mit Hilfe von Düsen Farbpulver geblasen wird. Standardmäßig ist es blau, aber alle Farben sind möglich. Damit der bunte Nebel haften bleibt, werden die Metallteile geerdet und das Pulver elektrostatisch aufgeladen. Auf diese Weise wird die Farbe angezogen wie ein Magnet vom Kühlschrank. So eine Pulverbeschichtung ist umweltfreundlicher als eine Lackierung, da sie keine Lösungsmittel enthält und überschüssiges Pulver wiederverwendet wird. In einem Einbrennofen schmilzt das Pulver bei 170 Grad und bildet eine durchgängige Schicht. Nach der Beschichtung werden die geschweißten Teile zusammenmontiert und danach verpackt.

Grüner Ausgleich

In seiner Vorbildfunktion begnügt sich Kaiser+Kraft nicht mit der Optimierung der Produktion. „Wir fragten uns: Was macht eigentlich ein grünes Produkt aus?“, erzählt Sandmeier. Um herauszufinden, wie nachhaltig das Sortiment ist, erstellte das Unternehmen gemeinsam mit dem TÜV Rheinland eine Ökobilanz für bestimmte Produkte. Diese zeigt auf, welche Ressourcen verbraucht werden, zum Beispiel Stahl, und welche Emissionen dabei entstehen. „Die Ökobilanz umfasst den gesamten Produktlebenszyklus. Bei der Rohstoffgewinnung, der Verarbeitung, dem Transport und schließlich auch bei der Entsorgung – immer entstehen CO2-Emissionen. Dies zu erfassen, ist somit ein hochkomplexer Vorgang“, so Sandmeier. Insgesamt stößt eine Sackkarre im Laufe ihres Lebens zum Beispiel 16,8 Kilogramm C02 aus, das entspricht dem Abgasen eines durchschnittlichen Pkw auf 90 Kilometern. Ein Etagenwagen benötigt sogar acht Mal so viel: 139 Kilogramm. Anfang des Jahres hat Kaiser+Kraft deshalb die neue Linie „Active Green“ eingeführt, bei der diese Emissionen kompensiert werden – und zwar, indem Kaiser+Kraft so genannte CO2-Minderungszertifikate erwirbt. Das Geld geht an den Windpark Yuntdag in der Westtürkei. Er erfüllt die Anforderungen des strengsten internationalen Maßstabs, dem „Gold Standard“ von WWF. „Keiner unserer Konkurrenten kompensiert seinen CO2-Ausstoß“,sagt Sandmeier. Im Verkauf sind die Produkte der Serie nicht teurer als vergleichbare – das kommt auch bei den Kunden an.