Geschäftsbereiche

Den Kreis schließen

30.03.2012

Einkauf, Qualitätsprüfung, Aufbereitung und richtige Zusammenstellung der Rohstoffe für die Edelstahlindustrie – das Hauptgeschäft von ELG. Doch das Duisburger Unternehmen macht noch mehr: Es veredelt Edelstahlbleche. Wie das funktioniert, lesen Sie hier.

Unbekanntes Terrain

Geordnet in unterschiedliche Haufen, glänzen Edelstahlteile in der Sonne. Vielleicht ist es der Anblick dieser imposanten Schrottberge, der meist von einem anderen Geschäftsfeld ablenkt, das in einer modernen Lagerhalle auf dem ELG-Gelände in Duisburg beheimatet ist: Bleche und Coils. Schon seit 1981 handelt ELG neben Edelstahlschrott auch mit neuen Edelstahlblechen. Angefangen mit 3.000 Tonnen, verkauft ELG heute rund 8.000 Tonnen Blech pro Jahr. Wie die Veredlung der blanken Edelstahlbleche abläuft, erklärt Heike Broda-Wörpel, Abteilungsleiterin bei ELG zuständig für den Bereich Bleche, bei einem Rundgang.

Gewichtskontrolle

Am Anfang des Veredelungsprozesses steht die Waage. „Wie beim Schrott“, erzählt Broda-Wörpel, „ist es wichtig, direkt am Anfang zu überprüfen, ob wir überhaupt die gewünschte Menge erhalten haben.“ Der beladene LKW fährt dazu auf eine im Boden eingelassene Wage. Die ermittelt das Gewicht - zumindest ganz grob. Die heutige Lieferung kam von einem deutschen Lieferanten. „An dieses Stahlwerk liefern wir schon lange unseren Edelstahlschrott. Umgekehrt kaufen wir bei ihm dann wieder neu gewalzte Edelstahlbleche ein“, erzählt die Abteilungsleiterin.

Spiegelglatt

Nachdem die Bleche den ersten Kontrollpunkt passiert haben, gelangen sie in die Lagerhalle. Dort nehmen Mitarbeiter die Ware noch einmal ganz genau unter die Lupe. Sie überprüfen, ob der Edelstahl die richtige Qualität hat und die Oberflächenbeschaffenheit den Qualitätsanforderungen entspricht. Trotz langjähriger Kundenbeziehung: Kontrolle muss sein. Schließlich bietet ELG ihren Kunden nur die beste Qualität an. „Wenn das Blech ganz glatt ist und die Oberfläche auch nicht die kleinste Unebenheit aufweist“, sagt Broda-Wörpel, „dann ist die Qualität genau richtig.“ Nur solche Bleche können in der Oberflächenbehandlung weiterverarbeitet werden.

Aufgedreht

Neben den bereits fertig geschnittenen Standard-Blechen, verarbeitet ELG am Standort Duisburg auch so genannte Coils. Wie bei einer Küchenrolle ist das Edelstahlblech dort aufgerollt. „Manche Kunden benötigen Bleche, die nicht den Standardmaßen entsprechen. Für solche Kunden schneiden wir den Edelstahl nach Wunsch zurecht“, erzählt Broda-Wörpel. Das passiert nicht vor Ort. Der Coil wird in einer externen Firma zunächst abgewickelt und dann wunschgemäß zurechtgeschnitten.

Los geht´s

Nachdem sich ein weiterer Mitarbeiter noch einmal von der Qualität des neu gelieferten Blechs vergewissert und dessen Oberfläche von Schmutzpartikeln befreit hat, kann es nun bearbeitet werden. Dazu hebt eine spezielle Saugvorrichtung das gewalzte Blech zunächst auf ein Transportband. Von dort aus gelangt es zur eigentlichen Oberflächenbehandlung – dem so genannten Schleifen.

Geschliffen oder gebürstet

Das Blech läuft durch Schleifaggregate, über die Schleifpapier gespannt ist. Sie rauen die Oberfläche auf. Das Schliffbild, also wie rau die Oberfläche später ist, hängt dabei von dem eingesetzten Schleifpapier ab: Je glatter dessen Oberfläche, desto glatter ist auch später das Edelstahlblech. Die Bandbreite, die ELG anbietet, liegt zwischen 40er (niedrigste) und 400er Korn. Neben geschliffenem Edelstahl bietet ELG seinen Kunden auch gebürsteten Edelstahl an. Dabei wird die Oberfläche mit speziellen Bürsten angearbeitet.

Sauber verpackt

Sobald das Blech aus der Verarbeitung kommt wird es noch einmal automatisch gesäubert und gelangt über das Transportband nun zur automatischen Folieranlage. Je nach Kundenwunsch, wird es dort mit einer anderen Schutzfolie beklebt. Die Folie schützt die Oberfläche während des gesamten weiteren Verarbeitungsprozesses vor Schäden. Wenn aus dem Blech später beispielsweise Teile für den Küchenbau gelasert werden, wird es mit einer speziellen Laserfolie überzogen. Bleche hingegen, die bei der späteren Verarbeitung tiefgezogen werden, aus denen zum Beispiel Thermoskannen oder Töpfe hervorgehen, erhalten spezielle Tiefziehfolien. Wie die meisten Bleche erhält auch das Blech aus der neuen Lieferung eine Laserfolie.

Kreislauf

Frisch verpackt, wartet das Blech im Lager nun auf seine Abholung. Schon in ein paar Tagen wird es an einen der deutschlandweiten Kunden geliefert. Was aus ihm wird, ist ungewiss, vielleicht ein Türgriff oder ein Kochtopf. Irgendwann jedoch, wenn es nicht mehr genutzt wird, landet es bestimmt wieder bei der ELG – als glitzerndes Edelstahlteil auf dem Schrottplatz.

Bleche und Coils – eine Wachstumsstory

Angefangen im Jahr 1981 baute ELG den Handel mit neuen Edelstahlblechen und Coils kontinuierlich aus. 2001 nahm das Unternehmen die Blechveredelung hinzu. Auf einer eigenen, hochmodernen Anlage führt das Unternehmen seither in Duisburg Oberflächenbehandlungen aus und kann seinen Kunden geschliffene und gebürstete Oberflächen höchster Qualität anbieten, die später zum Beispiel zu Küchenequipment oder Türgriffen verarbeitet werden. Die im Jahr 2007 vollzogene Erweiterung der Lagerfläche auf 4.000 Quadratmeter gewährleistet volle Lieferbereitschaft und garantiert den Kunden prompte Lieferung innerhalb von 24 Stunden. Von Duisburg aus erreichen Erste-Wahl-Produkte die vornehmlich deutschen Kunden. Darüber hinaus bietet ELG auch Zweite-Wahl-Produkte von verschiedenen internationalen Standorten aus an. Mit der Abteilung Bleche und Coils schließt ELG nicht nur den Recyclingkreis, sondern verfügt durch den Handel mit Edelstahlerzeugnissen und Rohstoffen insgesamt über außergewöhnlich gute Marktinformationen.