Blog

enkelfähig: Magazin für eine lebenswerte Zukunft

Reportagen, Berichte und Interviews geben einen Einblick in die Haniel-Welt.

Zum Blog

Verantwortung

Gelbe Engel

06.03.2013

Die Mitarbeiter von KreAktiv für Ruhrort sind auch als Verkehrshelfer im Einsatz. Elena Brenk hat sie dabei begleitet, wie sie die Schüler der Ruhrorter Grundschule sicher über die Straße lotsen.

Der Blick auf die Uhr zeigt: Es ist kurz nach sieben Uhr morgens. Hastig nimmt Bodo Adam einen letzten Schluck Kaffee. „Zeit zu gehen“, sagt er und erhebt sich eilig vom Tisch. Im Foyer des Gemeindehauses bleibt Adam noch einmal stehen und zieht sich eine Jacke über – die Reflektoren blinken im Licht. Wieder blickt Adam auf die Uhr. „Wir müssen an der Schule sein, bevor die ersten Kinder dort ankommen“, erklärt Adam und verlässt gemeinsam mit seinem Kollegen Freimuth Stüber das Gemeindehaus.

Sicher durch die Dunkelheit

Mit großen Schritten gehen die beiden KreAktiv-Mitarbeiter in Richtung Ruhrorter Grundschule. Dort sind sie heute als Verkehrshelfer im Einsatz. Seit November letzten Jahres sichert das KreAktiv-Team Ruhrorter Bürgerinitiative den Straßenübergang an der König-Friedrich-Wilhelm-Straße für die Schulkinder – jeden Morgen und in immer wechselnden Zweierteams. Die Idee dazu hatte Dirk Peters. Der Leiter der Ruhrorter Grundschule suchte händeringend nach Ersatz, nachdem die langjährigen Verkehrshelfer der Schule kurz vor der „dunklen Jahreszeit“ von der Stadt abgezogen worden waren. „Zwar ist die Straße an der Schule verkehrsberuhigt, dennoch halten sich viele Autofahrer nicht an das Tempolimit“, erklärt Peters. Gerade im Winter kann das sehr gefährlich sein, denn Kinder werden schnell übersehen. So wie vor ein paar Wochen: Da wurde auf der Eisenbahnstraße, nicht weit von der Grundschule entfernt, ein ehemaliger Schüler angefahren und leicht verletzt. „Dass solche Unfälle an unserer Schule noch nicht passiert sind, ist eindeutig den Verkehrshelfern zu verdanken“, sagt Peters. Bei ihrer morgendlichen Verkehrswache, arbeiten Stüber und Adam eng mit der Polizei zusammen. „Wenn wir feststellen, dass die Autofahrer hier zu schnell unterwegs sind, melden wir das.“ Denn auch wenn es den Verkehrshelfern oft schwerfällt: Selber dürfen sie rasende Autofahrer nicht maßregeln.

Präsenz zeigen

Inzwischen sind Adam und Stüber an der Grundschule angekommen. „Jeder hat hier seine feste Position“, sagt Adam. Während sich der ehemalige Friedhofsgärtner an der Fürst Bismarck-Straße direkt gegenüber vom Schulhof postiert, stellt sich Stüber an die König-Friedrich-Wilhelm-Straße. Genau zur richtigen Zeit: Schon kommt der erste Schüler eingetrudelt. Der etwa 10-jährige Junge schaut die beiden Verkehrshelfer an und bleibt an der Kreuzung stehen. Obwohl nirgendwo ein Auto zu sehen ist, schaut er zunächst nach links und dann nach rechts, bevor er die Straße überquert – wie im Lehrbuch. Doch so entspannt bleibt die Situation an der Schule nicht. Um viertel vor acht herrscht Hochbetrieb: Rund 200 Schulkinder strömen jetzt von allen Seiten zur Grundschule – entweder alleine oder gemeinsam mit ihren Eltern. Im beginnenden Berufsverkehr fahren außerdem immer mehr Autos an der Schule vorbei. Für Adam und Stüber heißt das: höchste Aufmerksamkeit. Als ein Autofahrer – unbemerkt von einer Gruppe von Kindern – vor der Schule den Rückwärtsgang einlegt, ist Adam sofort zur Stelle. Er fängt die Kinder ab und lässt sie erst über die Straße, als das Auto gewendet hat. „Solche vermeintlich harmlosen Situationen können schnell ganz anders ausgehen“, erklärt Stüber. Weil das nicht nur im Winter der Fall ist, hat Peters den Vertrag mit den Mitarbeitern von KreAktiv für Ruhrort jetzt für das ganze Jahr verlängert.

Mehr über KreAktiv

KreAktiv für Ruhrort ist ein gemeinsames Projekt vom Stadtsportbund Duisburg, dem Jobcenter Duisburg und Haniel zur Revitalisierung des Stadtteils. Offizieller Start des Projekts war im Frühjahr 2012.

Die zehn Bürgerarbeiter, deren Zentrale sich im Ruhrorter Gemeindehaus befindet, betreuen seitdem den neu eröffneten Ruhrorter Bücherschrank, verteilen Flyer oder Broschüren zu Sport- und Freizeitangeboten in den Geschäften oder ziehen ihre Kreise durch Ruhrort, um Störungen oder Ärgernisse an die Behörden weiterzuleiten. Zu einer zentralen Aufgabe des KreAktiv-Teams gehören auch die Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen, die regelmäßig – vom Kreativkreis Ruhrort organisiert – im Gemeindehaus stattfinden.