Corporate Governance

Stabile Wertegemeinschaft

Haniel unterscheidet sich von anderen Unternehmen in Familienbesitz vor allem durch ein Merkmal: Bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist das Management in fremden Händen. Kein einziges Familienmitglied ist in der Gruppe tätig. Dadurch werden unternehmerische Entscheidungen unabhängig von verwandtschaftlichen Verpflichtungen getroffen und optimale wirtschaftliche Ergebnisse erzielt.

Die Familienmitglieder beanspruchen im langfristigen Mittel 25 Prozent des Eigenanteils am Konzern-Jahresüberschuss für sich. Zudem reichen sie Anteile an Haniel nur untereinander weiter. Damit ist ein Verkauf an Unternehmensfremde ausgeschlossen.

„Der Zusammenhalt der Familie ist die Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Zukunft eines Familienunternehmens. Es muss uns bewusst sein, dass die Sicherstellung der Einheit der Familie eine genauso wichtige Aufgabe darstellt wie die werteorientierte Führung eines Unternehmens.“

Franz M. Haniel, Vorsitzender des Haniel-Aufsichtsrats seit 2003

Gut organisiert

Die über 680 Gesellschafter sind in der Gesellschafterversammlung organisiert. Sie tagt einmal im Jahr und wählt aus ihrer Mitte für jeweils fünf Jahre den Familienbeirat - das Bindeglied zwischen Familie und Unternehmen. Der Beirat besteht aus bis zu 30 Familienmitgliedern, von denen vier Familienmitglieder durch die Gesellschafterversammlung in den Aufsichtsrat gewählt werden. Außerdem wählt die Gesellschafterversammlung zwei familienfremde Mitglieder in den Aufsichtsrat, die gemeinsam mit den Familienmitgliedern die Gruppe der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat bilden. Hier bestimmen sie die Grundsätze der Geschäftspolitik mit und beeinflussen die Unternehmensstrategie. Den Vorsitz des Aufsichtsrats hat stets ein Mitglied der Familie inne. Das mitbestimmte Kontrollorgan ist paritätisch besetzt. Anteilseigner- und Arbeitnehmervertreter ernennen und entlassen gemeinsam die Mitglieder des Vorstands, überwachen dessen Arbeit und stehen ihm beratend zur Seite. Vier Mitglieder des Aufsichtsrats bilden den ebenfalls paritätisch besetzten Prüfungsausschuss. Dieser überwacht den Rechnungslegungsprozess sowie die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems, der internen Revision und des Compliance-Management-Systems. Des Weiteren überzeugt sich der Ausschuss von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers.