Pressemitteilung

Kunst und Wirtschaft im Dialog

03.11.2010

Unternehmensgalerie Ruhr.2010 zeigt Werk der Sammlung Haniel.

Duisburg, 3. November 2010. Seit über 30 Jahren sammelt das Duisburger Unternehmen Haniel Kunst – nun ist ein Werk aus der Sammlung erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen: bei der „Unternehmensgalerie Ruhr.2010“ im Kunstmuseum Bochum. Ausgestellt ist dort die Installation „Apothecary Dream“ des britischen Künstlers Damien Hirst.

Kunst gehört in der Unternehmenszentrale von Haniel in Duisburg zum Alltag: Sie findet sich in Fluren und Besprechungsräumen ebenso wie in den Büros der Mitarbeiter. „Die Inspiration, die von Kunst ausgehen kann, möchten wir mit anderen Kunstinteressierten teilen – das ist der Hauptgrund, warum wir an der Unternehmensgalerie teilnehmen“, erläutert Haniel-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Jürgen Kluge. „Ein weiterer ist, dass wir uns als Hauptsponsor von RUHR.2010 generell dafür einsetzten, den Strukturwandel im Ruhrgebiet zu fördern und erlebbar zu machen. Von der Industrie- zur Kulturregion lautet das Motto dieses Wandels, der auch mit dieser Ausstellung sichtbar gemacht wird.“

Das Werk und seine Deutung
Damien Hirst, Träger des renommierten Turner Prize, hatte „Apothecary Dream“ 2008 im Auftrag von Haniel angefertigt. Im Mittelpunkt der Installation stehen Medikamentenpackungen, die mit den Namen und Logos derzeitiger oder ehemaliger Unternehmen der Haniel-Gruppe versehen sind – etwa CWS, Ytong oder Rheinpreussen. Damit, so die Interpretation von Kunstexperten, bewirkt Hirst eine Gleichsetzung von Unternehmen und Medikamenten: Werte wie Vertrauen, Hilfe, Kompetenz, Seriosität, Innovation und Fortschritt sowie die Verheißung eines besseren Lebensstandards sollen sich von den Arzneimitteln auf die Haniel-Gruppe übertragen. Doch wie bei der Therapie mit starken Medikamenten geht auch der unternehmerische Erfolg einher mit unerwünschten Begleiterscheinungen. Ohne die Bereitschaft, Risiken und Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen, kann weder in der Medizin noch in der Wirtschaft durchschlagende Wirkung erzielt werden.

Zweiter Teil von „Apothecary Dream“ ist ein Werk, das der Reihe der Spot Paintings zuzuordnen ist und sich ebenfalls mit pharmazeutischen Produkten auseinandersetzt. Entlang eines imaginären Rasters hat Hirst farbenfrohe Punkte angeordnet, die an bunte Bonbons erinnern – sich aber auch mit Pillen assoziieren lassen. Damit thematisiert der Künstler den oftmals unbedenklichen Konsum von Arzneimitteln.


Die Ausstellung „out of the office“ im Kunstmuseum Bochum läuft vom 31. Oktober 2010 bis zum 6. Februar 2011. Im Dezember erscheint im Wasmuth-Verlag die Publikation „Die Sammlung Haniel“. Das Buch mit zahlreichen Abbildungen gibt erstmals einen Überblick über die Sammlung. Erläutert werden die Werke von namhaften Kunsthistorikern. (ISBN: 978 3 8030 3350 5)