Pressemitteilung

Haniel operativ mit gutem Start, Wertberichtigungen auf Finanzbeteiligungen belasten

31.08.2018

  • Starkes Umsatzwachstum
  • Operatives Ergebnis des Haniel-Konzerns um 16 Prozent gestiegen
  • Integration bei CWS-boco, ROVEMA und Optimar mit guten Fortschritten
  • Wertberichtigungen auf Finanzbeteiligungen an CECONOMY AG und METRO AG belasten Ergebnis vor und nach Steuern erheblich
  • Investment-Grade-Rating auch von Moody's
  • Weiterhin über 800 Millionen Euro für Portfolioausbau vorhanden
  • Vereinbarung mit EP Global Commerce GmbH (EPGC) über Verkauf von 7,3 Prozent und Call-Option für weitere 15,2 Prozent der ausgegebenen Stammaktien der METRO AG unterzeichnet

Duisburg, 31. August 2018. Das Family-Equity-Unternehmen Haniel konnte das Operative Ergebnis im ersten Halbjahr 2018 erfreulich steigern. Wertberichtigungen auf die Finanzbeteiligungen an der CECONOMY AG und der METRO AG belasteten das Ergebnis vor und nach Steuern jedoch erheblich. Sie werden künftig durch positive Effekte aus der Transaktion mit EPGC gemindert. "Die gute operative Ergebnisentwicklung macht deutlich, dass wir von der erhöhten Diversifikation profitieren. Leider haben die vorgenommenen Wertberichtigungen auf die Finanzbeteiligungen diese positive Entwicklung überschattet. Die Fortsetzung unserer Buy & Build-Strategie bleibt davon unberührt", betont Vorstandsvorsitzender Stephan Gemkow.

Integration bei CWS-boco, ROVEMA und Optimar erfolgreich
Der Geschäftsbereich CWS-boco hat die Integration der 2017 von Rentokil Initial erworbenen Initial-Aktivitäten in den Bereichen Hygiene, Berufskleidung und Reinraum im ersten Halbjahr erfolgreich vorangetrieben. Das Unternehmen hat sich nicht nur strategisch neu aufgestellt, das Produktspektrum erweitert sowie das Serviceangebot verbessert, sondern auch verschiedenste Maßnahmen zur Effizienzsteigerung umgesetzt. Dies betrifft insbesondere die Bereiche Administration, Einkauf und IT sowie das Standort- und Servicenetzwerk. ROVEMA, ein Premium-Anbieter für Verpackungsmaschinen und - anlagen, und Optimar, ein führender Produzent automatisierter Fisch-Verarbeitungssysteme, wurden erfolgreich in die Haniel-Gruppe eingegliedert.

Erfreuliches Wachstum belegt erfolgreiche Portfolioentwicklung
Der Haniel-Konzern verbuchte im ersten Halbjahr 2018 trotz negativer Währungseffekte, insbesondere durch den US-Dollar, einen Umsatz von 2.403 Millionen Euro, was einem deutlichen Anstieg von 17 Prozent entspricht. Hierzu hat insbesondere der höhere Umsatz von CWS-boco beigetragen, der vorrangig aus dem erstmaligen Einbezug der 2017 erworbenen Initial-Aktivitäten resultierte. Hinzu kommen die Umsatzbeiträge von Optimar und ROVEMA. Organisch, das heißt bereinigt um Währungseffekte sowie Unternehmenskäufe und -verkäufe, stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent.

Profitables Wachstum erreicht
Das Operative Ergebnis (EBITA)1 lag im ersten Halbjahr 2018 mit 157 Millionen Euro 16 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums in Höhe von 135 Millionen Euro. Ergebnisstärkend wirkte vorrangig der gestiegene Beitrag von CWS-boco. Der Rohstoffhändler ELG erwirtschaftete ein Operatives Ergebnis auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2017. Aufgrund schwieriger Marktbedingungen in den USA und signifikanter Einkaufspreissteigerungen für Garne lag das Operative Ergebnis des Matratzenbezugsspezialisten BekaertDeslee unter dem des Vorjahreszeitraumes. Das Operative Ergebnis von TAKKT erreichte nicht den Wert des ersten Halbjahres 2017. Dies ist vor allem auf eine geringere Rohertragsmarge, bedingt durch gestiegene Frachtkosten sowie erwartungsgemäß höhere Kosten für die Digitale Transformation zurückzuführen. Die neuen Geschäftsbereiche Optimar und ROVEMA trugen ebenso zum Anstieg des Operativen Ergebnisses bei.

Wertberichtigungen auf Finanzbeteiligungen belasten Ergebnis vor und nach Steuern erheblich
Das Ergebnis vor Steuern ist trotz verbessertem EBIT und Finanzergebnis von 105 Millionen Euro auf -811 Millionen Euro gesunken. Grund dafür ist das stark negative Beteiligungsergebnis aus den Finanzbeteiligungen an der CECONOMY AG und der METRO AG. Die negative Börsenkursentwicklung sowohl der Metro- als auch der Ceconomy-Aktie im zweiten Quartal 2018 hat Haniel dazu bewogen, die Werthaltigkeit beider Finanzbeteiligungen zu überprüfen. Das Beteiligungsergebnis aus den beiden Finanzbeteiligungen ist insbesondere aufgrund der vorgenommenen Wertberichtigungen von 5 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2017 auf -949 Millionen gesunken. In der Folge betrug das Ergebnis nach Steuern im ersten Halbjahr 2018 -842 Millionen Euro. Diese Abwertung spiegelt die Bewertungssituation zum 30. Juni 2018 wider. Am 24. August 2018 hat Haniel einen Vertrag über den Verkauf von 7,3 Prozent der ausgegebenen Stammaktien der METRO AG an EP Global Commerce GmbH (EPGC), Deutschland, unterzeichnet. Haniel hat zudem mit EPGC vereinbart, dass diese bis zu 15,2 Prozent der ausgegebenen Stammaktien der METRO AG im Rahmen einer Call-Option erwerben können. Der Haniel-Aufsichtsrat stimmte der Vereinbarung gestern bereits zu. Gegenläufige, positive Ergebniseffekte aus der am 24. August 2018 kommunizierten Transaktion mit EPGC sind entsprechend im Halbjahresabschluss nicht verarbeitet.

Trotz Wertberichtigungen solide Finanzsituation
Im ersten Halbjahr 2018 stieg die Nettofinanzposition des Haniel-Konzerns von 1.331 Millionen Euro zum 31. Dezember 2017 auf nun 1.592 Millionen Euro. Dies liegt insbesondere an der positiven Geschäftsentwicklung bei ELG, wo sich ein höherer Finanzierungsbedarf für Vorräte und Forderungen aus Lieferung und Leistung ergab. Zudem erhöhte sich die Nettofinanzposition aufgrund zweier Unternehmenserwerbe des Geschäftsbereichs TAKKT. Das Eigenkapital des Haniel-Konzerns hat sich aufgrund des negativen Ergebnisses nach Steuern von 4.499 Millionen Euro zum 31. Dezember 2017 auf 3.596 Millionen Euro zum 30. Juni 2018 reduziert. Die Eigenkapitalquote sank entsprechend von 61 Prozent auf 54 Prozent.

Drei Investment-Grade-Ratings
Im April 2018 bewertete Moody's Haniel mit Baa3 im Investment Grade-Bereich. Mit der Ratingverbesserung würdigt Moody's die gute Balance im Haniel-Portfolio und die niedrige Verschuldung auf Ebene der Geschäftsbereiche. Damit ist Haniel bei allen drei beauftragten Ratingagenturen als Investment Grade eingestuft.

Weiterhin über 800 Millionen Euro für Portfolioausbau
Haniel verfügt auch nach den erfolgreichen Portfoliomaßnahmen im Vorjahr über ausreichend finanzielle Mittel. Für den Erwerb weiterer Geschäftsaktivitäten im Rahmen der Buy & Build-Strategie stehen Haniel finanzielle Mittel in der Größenordnung von über 800 Millionen Euro zur Verfügung.

Haniel erwartet für 2018 einen deutlichen Anstieg beim Operativen Ergebnis
Für das Geschäftsjahr 2018 geht Haniel weiterhin von einem deutlichen Umsatzanstieg aus. Hierzu werden auch der erstmalig ganzjährige Einbezug der Initial-Gesellschaften bei CWS-boco sowie die neuen Geschäftsbereiche ROVEMA und Optimar beitragen. Haniel rechnet außerdem nach wie vor mit einem deutlichen Anstieg des Operativen Ergebnisses. Allerdings wird nun davon ausgegangen, dass das Beteiligungsergebnis aufgrund der Wertberichtigungen auf die Finanzbeteiligungen an CECONOMY und METRO erheblich unter dem Vorjahreswert liegen wird. Daher wird das Konzernergebnis vor und nach Steuern für das gesamte Geschäftsjahr 2018 negativ ausfallen. Die Dividendenfähigkeit ist trotz der nicht zahlungswirksamen Wertkorrekturen unverändert gegeben.

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