Pressemitteilung

Haniel-Konzern steigert alle Ergebnisgrößen – Buy & Build-Strategie erfolgreich

31.08.2016

– Alle Ergebnisgrößen des Haniel-Konzerns erfreulich gesteigert
– BekaertDeslee stärkt Umsatz und Ergebnis
– CWS-boco, TAKKT und Metro wachsen organisch und verbessern Ergebnisbeitrag
– Umsatz durch zyklisches ELG-Geschäft belastet
– Haniel erhält zwei Investment-Grade-Ratings
– Investition, Diversifikation und Digitalisierung bleiben für Haniel Schwerpunkte

Duisburg, 31. August 2016. Haniel profitierte im ersten Halbjahr 2016 von seiner diversifizierten Aufstellung. Die erwartet herausfordernde Marktsituation des Geschäftsbereichs ELG konnte durch erhöhte Ergebnisbeiträge der übrigen Beteiligungen mehr als ausgeglichen werden. Darüber hinaus wurde Haniel mit zwei Ratings im Investment-Grade-Bereich bewertet: „Wir sehen dies als Bestätigung unserer konservativen Finanzpolitik und nachhaltigen Investmentstrategie“, betont Stephan Gemkow.

Der Haniel-Konzern verbuchte im ersten Halbjahr 2016 einen Umsatzrückgang von 9 Prozent auf 1.800 Millionen Euro. Dies ist allein auf ELG zurückzuführen. Hier wirkten sich das deutlich niedrigere Preisniveau aller relevanten Rohstoffe, besonders der deutlich niedrigere Nickelpreis, und die geringere Ausgangstonnage infolge des schwierigen Marktumfelds aus. Wesentlich umsatzstärkend waren die positiven Beiträge des Geschäftsbereichs BekaertDeslee, der nun erstmals über das gesamte Halbjahr zum Umsatz beitrug. Die Akquisition der DesleeClama-Gruppe durch Bekaert Textiles im Februar 2016 wurde von der Haniel-Holding aktiv unterstützt und wirkte sich in den folgenden vier Monaten zusätzlich umsatzsteigernd aus. Die Zukäufe durch TAKKT sowie CWS-boco im Vorjahr generierten ebenfalls zusätzliche Beiträge. Aber auch organisch konnten die beiden Geschäftsbereiche beim Umsatz erfreulich zulegen und profitierten dabei von ihren jeweiligen strategischen Wachstumsinitiativen.

Alle Ergebnisgrößen mit erfreulichem Anstieg
Ergebnisstärkend wirkte im ersten Halbjahr 2016 für den Haniel-Konzern, dass der neue Geschäftsbereich BekaertDeslee erstmals mit sechs Monaten einbezogen wurde. Aber auch das Ergebniswachstum von TAKKT und CWS boco trugen dazu bei. Durch die geringere Ausgangstonnage und den wie erwartet erheblich niedrigeren Nickelpreis fiel das Operative Ergebnis von ELG deutlich schwächer aus als im ersten Halbjahr 2015. Zudem trugen negative Bewertungseffekte aus Absicherungsgeschäften, die sich durch einen sprunghaften Anstieg des Nickelpreises zum Stichtag 30. Juni 2016 ergaben, zur Ergebnisentwicklung der ELG bei. In Summe wurde der ELG-Effekt aber überkompensiert, so dass das Operative Ergebnis im ersten Halbjahr 2016 mit 115 Millionen Euro erfreulich über dem Wert des Vorjahreszeitraums in Höhe von 109 Millionen Euro lag.

Das Ergebnis vor Steuern ist von 13 Millionen Euro auf 57 Millionen Euro gestiegen. Dies ist neben dem höheren Operativen Ergebnis vorrangig auf ein höheres Beteiligungsergebnis und ein verbessertes Ergebnis aus Finanzierungstätigkeit zurückzuführen.

Das Beteiligungsergebnis stieg von -60 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf  31 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2016. Es umfasst im Wesentlichen das Beteiligungsergebnis an der METRO GROUP. Diese erzielte aufgrund von geringeren negativen Sonderfaktoren ein höheres Operatives Ergebnis als im Vorjahreszeitraum.

Ergebnis aus Finanzierungstätigkeit profitiert von systematischer Entschuldung
Das Ergebnis aus Finanzierungstätigkeit, das sich aus dem Finanzierungsaufwand und dem übrigen Finanzergebnis zusammensetzt, betrug im Berichtszeitraum -27 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte es bei -36 Millionen Euro gelegen. Neben der Bewertung der Optionskomponente der Umtauschanleihe auf Metro-Aktien ist ein wesentlicher Grund für diese Verbesserung der geringere Finanzierungsaufwand aufgrund des zum Vorjahr niedrigeren Verschuldungsniveaus. Damit profitierte Haniel weiterhin von der konsequent umgesetzten Entschuldung.

Nachsteuerergebnis mit deutlichem Anstieg
Die positive Entwicklung des Ergebnisses vor Steuern schlägt bei leicht rückläufigem Steueraufwand deutlich auf das Nachsteuerergebnis durch. Dieses sprang von -21 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 25 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2016 und erhöhte sich somit um 46 Millionen Euro.

Hohe Eigenkapitalquote unterstreicht die solide Finanzsituation des Konzerns und belegt Investitionspotenzial
Das Eigenkapital hat sich aufgrund negativer Bewertungseffekte bei Pensionen und der Währungsumrechnung von 4.169 Millionen Euro zum 31. Dezember 2015 auf 4.035 Millionen Euro zum 30. Juni 2016 nur geringfügig reduziert. Die Eigenkapitalquote blieb durch die niedrigere Bilanzsumme jedoch annähernd konstant bei einem Wert von 60 Prozent. Dieses weiterhin hohe Niveau belegt das Investitionspotenzial von Haniel.

Mehr als 1 Milliarde Euro für weiteren Portfolioausbau
Mit seiner Positionierung als Family-Equity-Unternehmen grenzt sich Haniel als langfristig orientierter und partnerschaftlicher Investor deutlich von anderen Investoren ab.
Derzeit verfügt Haniel mit mehr als 1 Milliarde Euro weiterhin über erheblichen finanziellen Spielraum zum Ausbau des Portfolios. Neben Unternehmenszukäufen liegt ein Fokus auf der Weiterentwicklung der bestehenden Beteiligungen. „Wir folgen dabei dem Anspruch, als Wertentwickler für die Beteiligungen zu handeln und dabei sowohl Wert als auch Werte im Blick zu behalten. Daher haben wir seit einiger Zeit auch die weitere Digitalisierung der Geschäftsbereiche als strategischen Schwerpunkt unserer Wertentwicklung festgelegt“, betont Stephan Gemkow.

Mit der Gründung der Schacht One GmbH, Haniels eigener Digitaleinheit am geschichtsträchtigen Standort auf Zeche Zollverein in Essen, unterstützt die Holding die Umsetzung der Digitalen Agenden in den Beteiligungen. Schacht One wird gemeinsam mit den Geschäftsbereichen innovative und radikal nutzerorientierte Ideen und Lösungsansätze entwickeln und unmittelbar validieren. Zudem hat Haniel sich Anfang des Jahres entschieden, bis zu 50 Millionen Euro in ausgewählte Venture-Capital-Fonds zu investieren und sich so indirekt an Start-ups zu beteiligen. In den zurückliegenden Monaten hat sich Haniel bereits in fünf verschiedenen Fonds engagiert, die wiederum jeweils in mehrere junge Unternehmen investieren. Diese „Learning Opportunities“ können zum Beispiel die Innovationsprozesse in den Beteiligungen befruchten und zudem für Impulse bei der weiteren Suche nach neuen und langfristig erfolgreichen Beteiligungen sorgen.

Investment-Grade-Rating durch Scope und S&P erhalten

Haniel unterzieht sich freiwillig externen Ratingurteilen und sichert sich so einen breiten Kapitalmarktzugang. Im Februar 2016 hat die europäische Ratingagentur Scope erstmals die Bonität von Haniel beurteilt. Die Ratingagentur stufte Haniel mit BBB- und stabilem Ausblick im Bereich des Investment Grade ein. Scope würdigte damit die konservative Investmentstrategie sowie die starke Liquiditätssituation und das solide Cashflow-Profil.
Standard & Poor`s Rating Services (S&P) hat im April 2016 – ebenso in Folge der nachhaltig konservativen Finanzpolitik Haniels – das Long und Short Term Corporate Credit Rating von BB+/B (positiver Ausblick) auf BBB-/A-3 (stabiler Ausblick) angehoben. Damit ist Haniel bei S&P auch wieder im Investment Grade eingestuft. Moody`s hatte das Rating bereits im zweiten Halbjahr 2013 auf Ba1 angehoben, bei stabilem Ausblick.

Gelebte gesellschaftliche Verantwortung
Als Unternehmensbürger zeigt Haniel traditionell nicht nur Verantwortung für seine Beteiligungen und seine Mitarbeiter, sondern unterstützt und fördert Einrichtungen und Initiativen am Stammsitz. Gemeinsam mit der KfW Stiftung, der Prof. Otto Beisheim Stiftung und der Social Impact gGmbH hat Haniel das Social Impact Lab Duisburg etabliert. Der Inkubator für Sozialunternehmer fördert Gründer, die mit ihren Ideen drängende gesellschaftliche Herausforderungen lösen wollen. Mit der Verbreitung sozialer Innovationen und der Gründung von Sozialunternehmen sollen positive Impulse für den anhaltenden Strukturwandel in der Region Rhein-Ruhr gesetzt werden.

Haniel schafft nicht nur Perspektiven für soziale Gründer, sondern auch für Flüchtlinge: Als Gründungsmitglied von „Wir zusammen – Integrationsinitiativen der deutschen Wirtschaft" gehört Haniel zu den ersten 35 Unternehmen, die sich der Initiative zur Integration von Flüchtlingen angeschlossen haben. Zum 30. Juni 2016 war das Netzwerk auf 96 Unternehmen angewachsen. Am Stammsitz in Duisburg und in direkter Abstimmung mit der Stadt leistet Haniel Hilfe bei der Versorgung und Integration von Flüchtlingen.

Haniel erwartet für 2016 erfreuliche Steigerung aller Ergebnisgrößen
Die gesamtwirtschaftliche Lage beeinflusst die Geschäftsbereiche unterschiedlich stark. Unter der Prämisse stabiler konjunktureller Aussichten sieht der Haniel-Vorstand derzeit weiterhin eine vergleichsweise positive Entwicklung in allen Geschäftsbereichen. Trotz der guten Entwicklung bei TAKKT und CWS-boco erwartet Haniel nunmehr eine schlechtere organische Umsatzentwicklung als prognostiziert. Dies resultiert aus dem anhaltend schwierigen Marktumfeld des zyklischen Geschäftsbereichs ELG.

Mit Blick auf das operative Ergebnis erwartet Haniel für den Konzern weiterhin einen deutlichen Anstieg im Vorjahresvergleich, der von allen Geschäftsbereichen getragen wird. Für die Finanzbeteiligung Metro erwartet Haniel eine leichte Steigerung des um Währungseffekte bereinigten Operativen Ergebnisses vor Sonderfaktoren der METRO GROUP. Der im Beteiligungsergebnis vereinnahmte Ergebnisbeitrag aus der Metro-Beteiligung kann dabei entgegen der bisherigen Prognose unter dem Vorjahresniveau liegen. Hauptgründe sind zum einen negative Währungseffekte, insbesondere aus dem Russischen Rubel. Zum anderen erwartet Haniel Ergebnisbelastungen im Zusammenhang mit dem geplanten Spaltungsprojekt der METRO GROUP, das der Haniel-Vorstand vollumfänglich unterstützt. In Summe geht der Haniel-Vorstand weiterhin von einer erfreulichen Verbesserung des Konzern-Ergebnisses vor und nach Steuern aus.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.