Pressemitteilung

Haniel konjunkturbedingt operativ unter Vorjahreszeitraum

30.08.2019

  • Umsatz und Operatives Ergebnis konjunkturbedingt gesunken
  • Ergebnis vor und nach Steuern deutlich gestiegen, Finanzbeteiligungen mit negativem Ergebnisbeitrag 
  • Kostensenkungsprogramm angesichts konjunktureller Herausforderungen gestartet
  • Weiterhin 1,3 Milliarden Euro für Portfolioentwicklung verfügbar
     

Duisburg, 30. August 2019. Die Geschäftsentwicklung des Family-Equity-Unternehmens Haniel war im ersten Halbjahr 2019 konjunkturbedingt belastet – vor allem in den frühzyklischen Geschäftsbereichen ELG und ROVEMA. In der Folge geht Haniel davon aus, dass der Umsatz unter dem Niveau des Vorjahres und das Operative Ergebnis 2019 leicht unter Vorjahr liegen werden. Haniel hat daher, gemeinsam mit allen Geschäftsbereichen, ein Programm zur Verbesserung der Ertragskraft initiiert. 

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen belasten operativ
Der Umsatz des Haniel-Konzerns ging im ersten Halbjahr 2019 um 5 Prozent auf 2.292 Millionen Euro zurück – trotz positiver Währungs- und Akquisitionseffekte. Organisch, das heißt bereinigt um Währungseffekte sowie Unternehmenskäufe und -verkäufe, ging der Umsatz im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 um 7 Prozent zurück. Hauptgrund ist, dass der Umsatz des frühzyklischen Edelstahlschrottrecyclers ELG infolge des zunehmend schwierigeren Marktumfelds deutlich rückläufig war. Das erfreuliche Wachstum des Serviceanbieters von Hygiene- und Berufskleidungslösungen, CWS, und des B2B-Spezialversandhändlers für Geschäftsausstattung, TAKKT, konnte dies nicht ausgleichen.

Konjunktur belastet Operatives Ergebnis: Kostensenkungsprogramm gestartet
Das Operative Ergebnis lag im ersten Halbjahr 2019 mit 132 Millionen Euro unter dem Wert des Vorjahreszeitraums in Höhe von 157 Millionen Euro. Grund war insbesondere die deutlich schwächere operative Entwicklung des frühzyklischen Geschäftsbereichs ELG, dessen Operatives Ergebnis stark zurückging. Die gebremste Konjunktur belastete zudem auch das Operative Ergebnis des Herstellers von Verpackungsmaschinen, ROVEMA. TAKKT und Optimar hingegen steigerten das Operative Ergebnis jeweils. Dieser Anstieg war jedoch nicht ausreichend, um die Rückgänge zu kompensieren. In der Folge fiel auch das EBIT des Haniel-Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 126 Millionen Euro auf 103 Millionen Euro. CFO Dr. Florian Funck betont: „Angesichts der schwächeren Geschäftsentwicklung und der zunehmenden gesamtwirtschaftlichen Eintrübung kümmern wir uns fokussiert um das operative Geschäft und haben in allen Geschäftsbereichen Programme zur Kostensenkung und -flexibilisierung gestartet.“ 

Ergebnis vor Steuern gestiegen
Das Ergebnis vor Steuern umfasst neben EBIT und Finanzierungsergebnis auch die Beteiligungsergebnisse der Finanzbeteiligungen CECONOMY und METRO. Es stieg im Berichtszeitraum von -811 Millionen Euro auf 27 Millionen Euro an. Im Vorjahreszeitraum war es durch massive Wertberichtigungen auf die Finanzbeteiligungen CECONOMY und METRO belastet. Der Ergebnisbeitrag beider Finanzbeteiligungen war auch im ersten Halbjahr 2019 negativ. Bei CECONOMY betrug das anteilige Beteiligungsergebnis aufgrund von Restrukturierungsaufwendungen insbesondere im Verwaltungsbereich in Deutschland -5 Millionen Euro. Der Ergebnisbeitrag von METRO fiel aufgrund erheblicher Wertminderungen auf die real-Aktivitäten mit -62 Millionen Euro ebenfalls negativ aus. Insgesamt ist das Beteiligungsergebnis von Haniel daher von -949 Millionen im ersten Halbjahr 2018 lediglich auf -66 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019 angestiegen und fiel erneut negativ aus. 2018 hat Haniel den Ausstieg aus dem Engagement bei der Finanzbeteiligung METRO beschlossen und 7,3 Prozent der ausgegebenen Stammaktien der METRO AG an EPGC veräußert. Für die verbliebenen 15,2 Prozent besitzt EPGC eine Kaufoption.

Solide Finanzsituation und Investment-Grade-Ratings bestätigt
Im ersten Halbjahr 2019 stieg die Nettofinanzposition des Haniel-Konzerns von 974 Millionen Euro zum 31. Dezember 2018 auf nun 1.207 Millionen Euro, vorrangig aufgrund des veränderten IFRS-Standards zur Bilanzierung von Leasing-Verhältnissen. Insbesondere aufgrund der veränderten Leasing-Bilanzierung sowie der im ersten Halbjahr gezahlten Dividenden sank die Eigenkapitalquote in der Folge von 58 Prozent auf 55 Prozent. Im ersten Halbjahr 2019 haben die Ratingagenturen Moody’s und Scope ihre Investment-Grade-Ratings für die Haniel-Holding bestätigt. Für den Erwerb weiterer Geschäftsaktivitäten im Rahmen der Buy & Build-Strategie stehen Haniel finanzielle Mittel in der Größenordnung von 1,3 Milliarden Euro zur Verfügung.

Haniel erwartet für 2019 ein Operatives Ergebnis deutlich unter Vorjahr 
Der Haniel-Vorstand geht für das Geschäftsjahr 2019 davon aus, dass der Konzern-Umsatz organisch unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Um den gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen entgegenzutreten und für eine weitere Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums gerüstet zu sein, hat Haniel ein Kostensenkungs- und Flexibilisierungsprogramm initiiert. In diesem Zusammenhang werden weitere Sonderaufwendungen entstehen. Aufgrund dessen und in der Folge der konjunkturellen Entwicklung prognostiziert Haniel ein berichtetes Operatives Ergebnis deutlich unter Vorjahresniveau. Bereinigt um die Sonderaufwendungen sollte das Operative Ergebnis im Rahmen des Vorjahres liegen. Nach wie vor wird erwartet, dass das Beteiligungsergebnis aus den Finanzbeteiligungen an CECONOMY und METRO deutlich höher ausfallen sollte. Gleiches gilt für das Ergebnis vor Steuern.

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