Pressemitteilung

Haniel im Investitionsmodus

13.04.2015

  • Erfolgreicher Verkauf von Celesio bringt Erlös von 2 Milliarden Euro
  • Holding de facto schuldenfrei
  • Haniel verfügt über gut 1 Milliarde Euro für Unternehmenskäufe
  • Konzernumsatz steigt um 10 Prozent auf nahezu 4 Milliarden Euro
  • Operatives Ergebnis wächst um über 30 Prozent

Duisburg, 13. April 2015. Haniel hat mit dem Verkauf des Geschäftsbereichs Celesio seine finanzielle Basis erfolgreich gestärkt. „Wir verfügen jetzt über genügend finanziellen Spielraum zur weiteren Diversifikation unseres Portfolios, sodass wir jederzeit in neue profitable Geschäftsbereiche investieren können“, so Haniel-Vorstandsvorsitzender Stephan Gemkow. „Als Family-Equity-Unternehmen verfolgen wir einen langfristigen Investitionsansatz und wollen gemeinsam mit unseren Beteiligungen profitable Wachstumsstrategien umsetzen.“

Entschuldung gelungen
Im Jahr 2014 konnte die Haniel-Holding die Nettofinanzschulden deutlich senken: von rund 1,6 Milliarden Euro in 2013 auf nur noch 647 Millionen Euro zum Jahresende 2014. Da das Finanzvermögen mit 737 Millionen Euro höher ist als die Nettofinanzschulden, ist die Haniel-Holding somit de facto schuldenfrei. Auch die Schulden auf Konzernebene sind durch die Erlöse des Celesio-Verkaufs erheblich gesunken, von rund 3,8 Milliarden Euro in 2013 auf knapp 1,4 Milliarden Euro zum 31. Dezember 2014.

Deutlicher Umsatzanstieg
Der Haniel-Konzern verzeichnete im Jahr 2014 einen deutlichen Umsatzanstieg von 10 Prozent auf 3.944 Millionen Euro. Neben der guten Geschäftsentwicklung haben hierzu auch die erstmals ganzjährig einbezogenen Unternehmen beigetragen, die CWS-boco und ELG im Vorjahr erworben hatten. Bereinigt um Unternehmenskäufe und -verkäufe sowie Währungseffekte hat der Haniel-Konzern den Umsatz um 8 Prozent gesteigert. Dies ist überwiegend auf die erfreuliche Umsatzentwicklung im Geschäftsbereich ELG zurückzuführen, der seine Ausgangstonnage 2014 aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Edelstahlprodukten und Superlegierungen deutlich steigern konnte. Auch die höheren Preise der für das Geschäft von ELG bedeutsamen Rohstoffe Nickel und Titan trugen positiv zum Umsatzwachstum bei. Der Geschäftsbereich TAKKT profitierte von den besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und erzielte ebenfalls ein Umsatzplus. Der Umsatz von CWS-boco ist trotz des intensiven Wettbewerbs im Markt stabil geblieben.

Operatives Ergebnis deutlich verbessert
Das Operative Ergebnis des Haniel-Konzerns erhöhte sich um 31 Prozent und stieg von 166 Millionen Euro auf 217 Millionen Euro. Dies ist vor allem auf die  erheblichen Zugewinne von ELG und die positive Geschäftsentwicklung bei TAKKT zurückzuführen. Zudem trugen CWS-boco – durch operative Kosteneinsparungen aus der Modernisierung des Wäschereinetzwerkes und der Lieferkette – und die Haniel-Holding – durch einmalige Erträge – zur Ergebnissteigerung bei.

Ergebnis vor Steuern gesunken – hohes Nachsteuerergebnis
Trotz des deutlich höheren Operativen Ergebnisses ist das Ergebnis vor Steuern von 117 Millionen Euro im Vorjahr auf 31 Millionen Euro gesunken. Dies ist darauf zurückzuführen, dass dem hohen Operativen Ergebnis eine Abnahme des Beteiligungsergebnisses sowie des Ergebnisses aus Finanzierungstätigkeit gegenüberstand. Das Ergebnis aus Finanzierungstätigkeit fiel 2014 geringer aus, da mit den Einnahmen aus dem Celesio-Verkauf Anleihen im Nominalwert von 413 Millionen Euro zurückgekauft wurden. Die bei diesem Rückkauf gezahlten Aufgelder beeinflussten das Ergebnis 2014 negativ. In den kommenden Jahren werden diese Rückkäufe das Zinsergebnis der Haniel-Holding jedoch deutlich entlasten.

Das Beteiligungsergebnis fiel 2014 ebenfalls geringer aus und belief sich auf 14 Millionen Euro, nachdem es im Vorjahr noch 120 Millionen betragen hatte. Dies ist maßgeblich darauf zurückzuführen, dass das Metro-Beteiligungsergebnis aufgrund von Portfolio-, Währungs- und Sondereffekten sowie geringeren Erträgen aus Immobilienverkäufen gesunken ist: von 96 Millionen Euro im Vorjahr auf 14 Millionen Euro. Zudem fiel das Beteiligungsergebnis des Haniel-Konzerns geringer aus, weil im Vorjahr Erträge aus dem Verkauf von zwei Beteiligungsfonds enthalten waren.

Eigenkapitalquote des Konzerns stark gesteigert
Infolge des Celesio-Verkaufs reduzierte sich das Eigenkapital von knapp 4,6 Milliarden im Vorjahr auf knapp 4,0 Milliarden Euro. Trotzdem stieg die Eigenkapitalquote aufgrund der niedrigeren Bilanzsumme – insbesondere bedingt durch die gesunkenen Finanzschulden – deutlich von 34 auf 62 Prozent an und zeigt damit das Investitionspotenzial der Haniel-Gruppe.

Strukturierte Suche nach neuen Geschäftsbereichen
Für Unternehmenszukäufe stehen der Holding gut 1 Milliarde Euro an freien Mitteln zur Verfügung. Mit seiner Positionierung als Family-Equity-Unternehmen grenzt sich Haniel als langfristig orientierter, partnerschaftlicher Investor deutlich von anderen Investoren ab: Haniel vereint die hohe Professionalität des Portfoliomanagements mit der Wertorientierung eines traditionellen Familienunternehmens. Die strukturierte Suche nach neuen Geschäftsbereichen orientiert sich an Megatrends und entlang eines Investitionsfilters, in dessen Fokus gut positionierte, mittelständische Unternehmen in attraktiven Nischenmärkten stehen, die mit Haniels Unterstützung und Kompetenz ihre marktführende Position mittel- bis langfristig ausbauen können. Zudem bevorzugt Haniel Unternehmen, die nicht börsennotiert sind und an denen die Holding eine deutliche Mehrheitsposition erwerben kann.

Haniel erwartet Wachstum und Portfolioveränderungen für 2015
Für das Geschäftsjahr 2015 geht Haniel davon aus, dass das Ergebnis vor Steuern deutlich ansteigen wird. Dies wird neben der erwarteten Steigerung des Operativen Ergebnisses aus den Geschäftsbereichen vor allem auf das voraussichtlich deutlich bessere Finanzergebnis zurückzuführen sein. Darüber hinaus erwartet Haniel für die Gruppe ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich.

Auf Ebene der Haniel-Holding wird 2015 die Suche nach künftigen Beteiligungen auch weiterhin Tätigkeitsschwerpunkt sein. „Neue Geschäftsbereiche sollen nicht nur einen Beitrag zur Diversifikation des Haniel-Portfolios leisten, sondern auch einen angemessenen Wertbeitrag versprechen“, so Gemkow. „Wir haben den Anspruch ‚enkelfähig‘ zu sein. In diesem Sinne kommen als Bausteine für unser Portfolio vor allem Unternehmen in Frage, die sich durch nachhaltiges Handeln profilieren. Wir kommen bei der Suche bisher gut voran und blicken voller Zuversicht auf mögliche neue Investitionen im aktuellen Geschäftsjahr.“

Geschäftszahlen 2014 im Überblick:

IFRS in Mio. Euro

 2013*

2014

Veränderung in Prozent

Haniel-Konzern

 

 

 

Umsatz

3.580

3.944

+10%

Operatives Ergebnis

166

217

+31%

Ergebnis vor Steuern

117

31

-74%

Ergebnis nach Steuern

267

686

>+100%

Haniel-Cashflow

562

175

-69%

Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit

660

-135

<-100%

Zahlungswirksame Investitionen

298

770

>+100%

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt (Kopfzahl)

50.279

11.544

-77%

Nettofinanzschulden**

3.843

1.358

-65%

Holding Franz Haniel & Cie.

 

 

 

Nettofinanzschulden

1.586

647

-59%

CWS-boco

 

 

 

Umsatz

748

751

+0%

Operatives Ergebnis

64

71

+11%

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt (Kopfzahl)

7.527

7.529

+0%

ELG

 

 

 

Umsatz

1.880

2.213

+18%

Operatives Ergebnis

47

59

+26%

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt (Kopfzahl)

1.224

1.267

+4%

TAKKT

 

 

 

Umsatz

953

981

+3%

Operatives Ergebnis

96

111

+16%

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt (Kopfzahl)

2.551

2.528

-1%

METRO GROUP

 

 

 

Haniel-Beteiligungsergebnis

96

14

-85%

* Adjustierung der Vorjahreswerte gemäß IAS 8.
** Inklusive der als Zur Veräußerung vorgesehen ausgewiesenen Nettofinanzschulden.