Pressemitteilung

Benny Martell engagiert sich im Aletta Haniel Programm

01.12.2010

Duisburger Musiker – unter anderem bekannt aus „Deutschland sucht den Superstar“ – übernimmt Patenschaft für Bildungsprojekt der Haniel Stiftung.

Duisburg, 1. Dezember 2010. „Mein Name ist Benny Martell. Ich bin neuer Pate des Aletta Haniel Programms. Alles andere muss noch geheim bleiben.“ Der Überraschungsgast blickt in 24 verdutzte Gesichter von Teenagern. Vor rund sieben Jahren wären sie ausgeflippt – damals war er Kandidat in der zweiten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS). Doch die Jugendlichen von heute erkennen ihn nicht auf Anhieb.

Es ist Dienstag, 23. November 2010. Im Kulturbunker Bruckhausen haben sich 24 Schüler der Gesamtschule Ruhrort versammelt. Sie gehen in unterschiedliche 8. Klassen und werden in den kommenden drei Jahren gemeinsam auf einen besseren Schulabschluss und einen leichteren Berufseinstieg hinarbeiten: im „Aletta Haniel Programm – Die Chance für deine Zukunft!“. Aber bevor es mit Förderunterricht, Bewerbungstraining, Berufsberatung und anderen Angeboten richtig losgeht, sollen sich die 13- bis 16-Jährigen beim Kennenlerntag einander näher vorstellen.

Sprechen verboten
„Ich finde es ganz toll, dass ihr alle so pünktlich gewesen seid“, lobt Antje Bobenhausen, eine von zwei pädagogischen Fachkräften im Programm, die Jugendlichen zur Begrüßung am Morgen. Sie möchte gerne wissen, wie es den neuen Aletta-Schülern geht und fordert sie nacheinander auf, nach vorne zu kommen, sich kurz vorzustellen und Punkte auf ein Stimmungsplakat mit drei verschiedenen Smileys zu kleben. Ergebnis: 15 Jugendliche fühlen sich sehr gut, acht mittelmäßig und drei nicht besonders gut. „Am Nachmittag werden wir das wiederholen“, kündigt die Betreuerin an. Es folgt eine ausführliche Vorstellungs­runde, danach löst sich der Stuhlkreis auf für etwas mehr Aktion: Die Gruppe soll „A223“ darstellen – die Nummer des Aletta Haniel Büros in der Schule – mit vollem Körpereinsatz, aber ohne zu sprechen. „Dabei zeigt sich, wer gute Ideen hat, wer sie auch umsetzen kann und wer eine Führungsrolle übernimmt“, erläutert Bobenhausen, die mit ihrer Kollegin Schewa van Uden die Programm­teilnehmer aus rund 40 Bewerbern ausgewählt hat. Nach anfänglicher Plan­losigkeit und lautstarker Diskussion legen sich schließlich acht Jugendliche, unter geflüsterter Anleitung ihrer Mitschüler, auf dem Holzboden in Formation. Geschafft!

Traumberuf: Sänger
Nach dem Mittagessen taucht Benny Martell auf, ganz lässig in Jeans, Leder­jacke und Schirmmütze. Zusammen mit dem Überraschungsgast spielen die Aletta-Schüler Montagsmaler zum Thema Traumberuf. Die 14-jährige Dzenita, die vor anderthalb Jahren aus Bosnien nach Deutschland gekommen ist, fängt an und zeichnet ein paar Linien aufs Flipchart. Ihre Mitschüler erkennen darin in Windeseile ein Klassenzimmer und tippen auf Lehrerin. Nun dürfen sie Dzenita ausfragen. „Hast du ein Vorbild?“, interessieren sie sich. „Ich möchte so werden, wie meine ehemalige Klassenlehrerin“, sagt die Schülerin. Weiter geht’s mit den Anderen: Eren sieht sich als Profifußballer, Mertcan als Polizist, Yusuf als Kfz-Mechaniker und so weiter, bis Benny dran ist. Schnell wird den Jugendlichen klar, dass Mikrofon, Notenschlüssel und Lautsprecher nur eines bedeuten können: Der neue Pate des Aletta Haniel Programms ist Sänger.

Der 30-jährige Duisburger lüftet das Geheimnis um seine Person. Er erzählt, dass er in der zweiten DSDS-Staffel auf dem vierten Platz ausgeschieden war, danach sein Studium an der Musikhochschule Köln beendete und seitdem als Musikschullehrer, Songschreiber und Sänger arbeitet. „Es gibt im Musikbereich viele Richtungen, die man einschlagen kann, und nicht nur den einen Weg, auf der Bühne zu stehen“, lässt er die Jugendlichen wissen. „Das Showgeschäft ist nicht so schön, wie es im Fernsehen dargestellt wird. Genauso schnell, wie man dort berühmt wird, kann der Hype auch wieder vorbei sein. Deshalb ist es nicht gut, sich nur auf den Job des Sängers zu verlassen. Man braucht ein zweites Standbein, damit man, wenn die Seifenblase platzt, nicht auf der Straße steht und nicht weiß, wie es weitergehen soll.“ Die Jugendlichen sind neugierig geworden. Sie wollen erfahren: Wie viel verdient ein Sänger? Wie lange dauert es, einen Song zu schreiben? Hat Benny schon mal den Text vergessen? Wie ist Dieter Bohlen wirklich?

Überraschend talentiert
Nachdem alle Fragen beantwortet sind, wünschen sich die Schüler, dass der neue Pate etwas für sie singt. Kurzerhand holt er seine Gitarre aus dem Auto und gibt eine Kostprobe – vor laufenden Handy-Kameras. Dann erleben alle noch eine Überraschung: Weil Benny den Text zu „Family Portrait“ von Pink nicht auswendig kann, liefert er die Melodie nur instrumental, während den Gesang jemand anderes übernimmt – und zwar Dzenita. Vom Profi erntet sie dafür ein dickes Lob und von den Mitschülern tosenden Applaus. Am Ende des Kennenlerntages ist auf dem Stimmungsplakat zu lesen: Nur zwei Schülern geht es noch mittelmäßig. Der Rest fühlt sich sehr gut. Schlecht drauf ist niemand mehr.

Aletta Haniel Programm – Die Chance für deine Zukunft!
Das Aletta Haniel Programm ist ein Pilotprojekt der Gesamtschule Ruhrort, der Stadt Duisburg mit dem Referat zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA) und der Haniel Stiftung. Es richtet sich an Schüler ab der 8. Klasse, die Gefahr laufen, einen schlechten oder gar keinen Schulabschluss zu machen. Ziel ist es, ihnen zu besseren Noten und damit zu einem leichteren Berufseinstieg zu verhelfen. Zwei eigens eingestellte pädagogische Fachkräfte arbeiten mit den Jugendlichen an individuellen Stärken und Schwächen. Das Projekt ist zunächst mit 30 Schülern im August 2009 gestartet. Paten sind neben Benny Martell: Asli Sevindim, Autorin und Moderatorin beim Westdeutschen Rundfunk, Clara Woltering, Torhüterin der Deutschen Frauen-Handball-Nationalmannschaft, und Tom Starke, ehemaliger Torhüter des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg. Mehr Informationen zum Aletta Haniel Programm, Bilder vom Kennenlerntag und ein Interview mit Benny Martell finden Sie unter „Regionalförderung“ auf der Website der Haniel Stiftung.

Die Haniel Stiftung
Als gemeinnützige Stiftung des privaten Rechts wurde die Haniel Stiftung 1988 von der Franz Haniel & Cie. GmbH gegründet. Gemäß dem Selbstverständnis der Familie und des Unternehmens verfolgt die Haniel Stiftung das Ziel, Leistungsbereitschaft und Mut zu unternehmerischem Handeln in gesellschaftlicher Verantwortung zu fördern. Konkret bedeutet das: das Engagement von Unternehmern für das Gemeinwohl zu stärken, das Unternehmerbild in der Gesellschaft positiv zu prägen, die Aus- und Weiterbildung von Führungsnachwuchs in Deutschland und auf internationaler Ebene zu unterstützen. Das Stiftungskapital beläuft sich auf rund 45 Millionen Euro. Zurzeit vergibt die Stiftung Fördermittel von mehr als zwei Millionen Euro jährlich. Rund die Hälfte davon entfällt auf Stipendien. Mehr Informationen zur Haniel Stiftung finden Sie auf der Website.