Pressemitteilung

Arbeitgeberwahl: Europäische Studenten setzen auf Reality-Check

17.01.2013

  • Haniel-Studie zu Karriereambitionen von europäischen Studenten 2012/2013

Duisburg, 17. Januar 2013. Europäische Studierende machen sich am liebsten persönlich ein Bild ihres zukünftigen Arbeitgebers. 60 Prozent bewerten Praktika als den entscheidenden Einflussfaktor für die Karriereplanung, lediglich 29 Prozent sagen, sie würden sich durch mediale Präsenz eines Arbeitgebers beeinflussen lassen. Mit 35 Prozent sind Praktika außerdem europaweit die am stärksten vertretene Einstiegsvariante in das Berufsleben. Dies sind Ergebnisse einer Studie der Franz Haniel & Cie. GmbH zu Karriereambitionen der Generation Y. Dazu wurden die Daten von 925 europäischen Studierenden der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften ausgewertet.

Generation Praktikum: Für Franzosen und Italiener der Königs(Einstiegs)weg
Auch wenn hierzulande die „Generation Praktikum“ gesellschaftspolitisch stark diskutiert wird, sind Praktika in Europa als Berufseinstieg beliebt. Spitzenreiter sind Frankreich und Italien, in denen 58 bzw. 53 Prozent der Studierenden der Wirtschaftswissenschaften diese Form des Berufseinstiegs präferieren, während es in Deutschland lediglich 22 Prozent sind. Bei den Ingenieuren ergibt sich ein ähnliches Bild, auch hier liegen Frankreich und Italien mit 64 bzw. 60 Prozent vorn, von den deutschen Nachwuchsingenieuren möchten lediglich 35 Prozent ein Praktikum als Sprungbrett in den ersten Job nutzen. Als studienbegleitende, praktische Erfahrungen haben Praktika ebenfalls einen großen Einfluss auf die persönlichen Karriereziele der europäischen Studierenden: 60 Prozent der Studienteilnehmer bewerten Praktika als einen entscheidenden Faktor für die Planung ihrer Karriere. Im europäischen Vergleich stufen 74 Prozent der französischen Studierenden und auch 63 Prozent der deutschen Studierenden die Bedeutung von Praktika sogar höher ein als der Durchschnitt. „Diese Tendenz wird jedoch relativiert, wenn man berücksichtigt, dass Praktika an den französischen Hochschulen, den ‚Grandes écoles‘, verpflichtend sind“, sagt Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications.

Freunde zählen mehr als Schlagzeilen
Das soziale Umfeld spielt eine wichtige Rolle für die Karriere: 37 Prozent der befragten Studierenden werden von ihren Freunden beeinflusst und die eigene Familie prägt den beruflichen Werdegang bei 35 Prozent der europäischen Studierenden. Gerade in der Schweiz wird den Freunden eine überdurchschnittlich wichtige Rolle beigemessen (45 Prozent).

Im Vergleich ist die Beeinflussung durch Medien im Allgemeinen mit 29 Prozent eher gering. Wenn Studierende Medien für ihre Karriereplanung nutzen, greifen drei Viertel besonders häufig auf das Internet zurück. Auch Unternehmenswebsites sind bei mehr als zwei Drittel der Befragten beliebt. Social Networks spielen dagegen eine untergeordnete Rolle: 21 Prozent nutzen dieses Medium, um ihre Karriere zu planen. „Studierende schauen heute mit realistischem, zunehmend auch kritischem Blick auf die Arbeitswelten in den Unternehmen. Umso wichtiger ist eine glaubwürdige und authentische Personalkommunikation, die nicht allein auf Hochglanzbilder setzt, sondern ein authentisches Bild als Arbeitgeber zeichnet, der seine Versprechen auch halten kann“, sagt Peter Sticksel, Direktor Personal bei Haniel und Initiator der Untersuchung.

Italiener wollen Karriere machen, Ungarn sind am loyalsten
Betrachtet man die Karriereziele der Studierenden im europäischen Ländervergleich, ergeben sich deutliche Unterschiede. Italiener sind am stärksten karriereorientiert: 93 Prozent der Befragten ist es wichtig, Karriere zu machen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen französische Studenten mit 80 Prozent und ungarische Studierende mit 79 Prozent. Weniger ehrgeizig sind junge Deutsche: Lediglich zwei Drittel sind hierzulande karriereorientiert. Noch weniger Wert auf eine steile Karriere legen österreichische Studenten (62 Prozent). Am loyalsten sind ungarische Studierende (60 Prozent), gefolgt von deutschen (57 Prozent) und italienischen (53 Prozent) Studenten. Das Schlusslicht bilden die Schweizer, von denen sich nur 39 Prozent als loyal bezeichnen.

Beliebtheit von Trainee-Programmen steigt langsam
Auf Platz zwei der bevorzugten Berufseinstiege haben die Studienteilnehmer den Direkteinstieg gewählt: Knapp ein Drittel der befragten Studierenden in Europa plant einen direkten Eintritt in ein Unternehmen. Platz drei belegen mit 23 Prozent die Trainee-Programme. „Trainee-Programme sind in den vergangenen Jahren an Anzahl und Bedeutung gestiegen. Es gibt kaum ein größeres Unternehmen, das nicht ein entsprechendes Programm anbietet. Da es für Unternehmen jedoch keine offiziellen Standards gibt, sind die Studenten teilweise unsicher, was die Qualität der einzelnen Programme angeht. Seriöse Programme sind jedoch in die Nachwuchs- und Führungsentwicklungspolitik der Unternehmen eingebettet und bieten mindestens die gleiche Perspektive wie ein Direkteinstieg“, ergänzt Sticksel.

Der vollständige Ergebnisbericht ist auf Anfrage erhältlich.