Responsibility

Das Geheimnis guter Unterhaltung

08/14/2014

Beim Ruhrorter Hafenfest sorgen auf der Haniel-Bühne Musiker aus der Region für Stimmung. Die Coverband "The Secret" ist schon zum zweiten Mal dabei. Wir trafen Sänger Florian Bosenick vorab zum Gespräch über Musik, Leidenschaft - und die Lust, ordentlich "abzuliefern".

Woher kommt deine Begeisterung für Musik?

Musik ist bei uns Familientradition. Mein Uropa hatte ein eigenes Orchester und mein Opa spielte Trompete mit James Last. Schon mit vier Jahren habe ich immer vor mich hingesungen. Mit zehn Jahren habe ich meine erste Gitarre bekommen. Dann wollte ich aber schnell mehr Krach machen und bin mit zwölf auf E-Gitarre umgestiegen. Mit dem Singen habe ich erst vor ein paar Jahren wieder angefangen.

Und wie wurdest du dann Mitglied bei „The Secret“?

Ich selbst kam eher zufällig dazu. Beim Geburtstag einer Bekannten habe ich 2011 meinen Bandkollegen Hajo kennengelernt. Kurz darauf bin ich zum Vorsingen vorbeigekommen und war direkt in der Band. Unser Bassist und unser Schlagzeuger kennen sich schon seit 20 Jahren – und haben vorher verschiedene Musik-Projekte zusammen gemacht. Daraus ist Anfang 2010 „The Secret“ entstanden. Die anderen Bandmitglieder kamen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis.

Wie setzt sich die Band heute zusammen?

Wir sind zu siebt und zwischen 22 und 56 Jahre alt. Alle Mitglieder kommen aus dem Ruhrgebiet, genauer aus Mühlheim, Gelsenkirchen und Duisburg. Es gibt zwei Sänger, dazu Bass, Gitarre, Schlagezug und Keyboard. Wir sind Hobbymusiker aus Leidenschaft, daneben hat jeder noch einen „normalen“ Beruf. Auch unsere musikalischen Hintergründe sind ganz unterschiedlich. Die meisten haben schon in ganz verschiedenen Bands gespielt.

Sieben Leute und so eine große Altersspanne – gibt’s da nicht oft Diskussionen?

Nein, es läuft super, denn wir wollen alle einfach nur Musik machen. Konflikte lösen wir diplomatisch und fragen uns einfach: Was will das Publikum?

Ihr habt alle noch einen Vollzeitjob: Wie lässt sich das mit der Band vereinbaren?

Wir treten nur am Wochenende auf, also ist das kein Problem. Meist kann jemand freitags früher Schluss machen und sich dann schon mal um das Einladen der Instrumente kümmern. Dazu proben wir ein Mal in der Woche, aber das macht man gerne neben dem Job. Schließlich ist Musik unsere Leidenschaft.

Ihr seid ja eine Coverband. Wonach sucht ihr die Songs aus?

Es gibt sehr viele Coverbands und die meisten haben die gleichen Songs im Programm. Davon wollen wir uns absetzen. Wir entscheiden vor allem danach, ob das Stück uns Spaß macht und zu uns passt. Dann können wir es auch gut rüberbringen. Außerdem ist wichtig, dass es in unser Programm passt, denn wir brauchen eine gute Mischung aus langsameren und schnelleren, bekannten und unbekannteren Songs, um einen Spannungsbogen herzustellen. Wenn jemand ein passendes Stück vorschlägt, testen wir einfach, ob es für uns funktioniert.

Habt ihr denn auch eigene Songs?

Nein, aber wir verpassen jedem Song eine eigene Note. Wir übernehmen nicht eins zu eins jeden Ton und jeden Schlag. Deshalb hören sich die Stücke bei uns auch etwas anders an als im Original. Neben der Band trete ich aber auch alleine auf und schreibe eigene Sachen.

Ihr wart schon im letzten Jahr beim Hafenfest dabei. Wie hat es euch gefallen?

Das Hafenfest war unser erstes richtiges großes Open Air und eine super Erfahrung. Es war spannend zu sehen, wie bei einer großen Veranstaltung alles abläuft. Auch das Publikum war super, deshalb hat es richtig Spaß gemacht. Ich denke, wir haben gut abgeliefert, schließlich dürfen wir in diesem Jahr wiederkommen. Gleich haben wir unsere letzte Probe. Wir sind schon ganz heiß auf den Auftritt und hoffen, dass viele kommen. Während unserer Show geht die Sonne unter, dadurch wird die Atmosphäre toll und die Beleuchtung kommt viel besser zur Geltung. Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter hält.

Und wo kann man euch sonst so sehen?

Wir treten hauptsächlich im Großraum Duisburg auf, zum Beispiel regelmäßig im Gleis 3. Darüber hinaus haben wir Auftritte in ganz Nordrhein-Westfahlen. Man kann uns aber auch privat für Hochzeiten und Polterabende buchen. Unser außergewöhnlichster Auftritt war im Mai auf dem Museumsschiff „Oscar Huber“ in Ruhrort. Wir sind auf dem Deck aufgetreten. Das war für den Aufbau der Instrumente eine echte Herausforderung, weil das Deck schief war. Aber es war eine ganz besondere Atmosphäre. Und wer kann schon sagen, dass er schon mal auf einem Schiff gespielt hat?