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Blickpunkt Ruhrort

Franz-Haniel-Platz

Der Franz-Haniel-Platz spiegelt den Ursprung und die Entwicklung des Unternehmens Franz Haniel & Cie. GmbH wider. Dabei wird das auf den ersten Blick ästhetisch anmutende Haniel-Gelände auf den zweiten Blick zu einem historischen Schauplatz.

Alles begann 1756, als Jan Wilhelm Noot in den ehemaligen königlichen Gärten des preußischen Königs Friedrich II. ein großes Kontorhaus mit Lagerspeicher und Wohnraum für seine Familie baute. Es war das erste Haus außerhalb Ruhrorts. Seit 1969 beinhaltet das einstige Lagerhaus das Haniel Museum und ist daher im doppelten Sinne historisch. Das alte Packhaus, wie das Museum heute noch genannt wird, war stets im Besitz der Familie Haniel. 1816, nach dem Tod Aletta Haniels, wurde der Erbpachtvertrag, der den Besitz des Packhauses und dessen Zubehör regelte, unter den Geschwistern versteigert. Als Höchstbietender erhielt Franz das inzwischen 60 Jahre alte Haus. Dieses ging erst 1830 in seinen Besitz über. Um den Erbpachtvertrag aufzulösen, musste er zuvor eine hohe Summe an den König zahlen. Direkt neben dem ältesten Haus am Platz steht ein weiteres historisches Gebäude. Das weiße Haus wurde um 1760 erbaut und befand sich lange Zeit im Besitz der bekannten Ruhrorter Kaufmannsfamilie Liebrecht. Durch Heirat ging es später in den Hanielschen Besitz über. Heute befinden sich dort die Wohnung des Hausmeisters sowie einige Gästewohnungen.

In den folgenden Jahren wuchs das Familienunternehmen stetig. Großen Anteil hatte daran die GHH, die in den 1920er Jahren zu einem der größten Industriekonzerne Deutschlands gehörte. Mit dieser Entwicklung wuchs auch die Unternehmenszentrale in Ruhrort. 1921 entstand neben dem historischen Gründerhaus in der Hafenstraße ein neues Verwaltungsgebäude. Dafür wich – nach langen Verhandlungen -– das bis dahin bestehende Gasthaus „König von Preußen“.

Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde 1939 auf dem Firmengelände ein Luftschutzkeller für die Mitarbeiter und Anwohner errichtet. Dieser wurde in den folgenden Jahren zu einer bitteren Notwendigkeit. Im Krieg beschädigten mehrere Bombentreffer die Hauptverwaltung schwer. Wie durch ein Wunder blieb das Gründerhaus jedoch unversehrt. Hierin wurden nach dem Zweiten Weltkrieg, als eine große Wohnungsnot herrschte, mehrere Mitarbeiterfamilien untergebracht, die die Grünanlagen zum Gemüseanbau nutzen durften.

Da bald darauf das Unternehmen weiter expandierte, wurden 1977 und 1983 weitere Verwaltungsgebäude sowie das Mitarbeiter-Parkhaus errichtet. Die für die damalige Zeit modernen Bürobauten sollten das Unternehmen und auch Ruhrort nach außen repräsentieren. Das gesamte Firmengelände wurde nun in „Franz-Haniel-Platz“ umbenannt. Gleichzeitig hielt die Kunst Einzug auf dem Haniel-Gelände. Die damals erworbenen Plastiken des Künstlers Bernhard Heilinger „Sunline orange“ und „Heureka“, ebenso wie die Plastik „Kopf und Schulter“ von Michael Croissant schmücken den Franz-Haniel-Platz noch heute.

Neben der Kunst stand für Haniel die physische Gesundheit seiner Mitarbeiter schon immer an oberster Stelle. Die baufällige Reithalle, die zunächst auf dem Gelände stand, wich 1951 einer Tennishalle. Nach dem Motto: „mens sana in corpore sano“ (Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper) sollten die Mitarbeiter sich dort fit halten. 1991 wurde die Tennishalle durch die Haniel-Akademie ersetzt. Die sportliche Versorgung der Mitarbeiter blieb aber bestehen: Noch heute gibt es zahlreiche Angebote zur Verbesserung der körperlichen Fitness. Mit dem Bau der Haniel-Akademie, des Gästehauses und des Mitarbeiter-Restaurants erhielt der Franz-Haniel-Platz 1993 sein heutiges imposantes Erscheinungsbild.

Die Gebäude auf dem Franz-Haniel-Platz spiegeln die Vergangenheit des Unternehmens wie auch sein Streben nach Weiterentwicklung wider. Die Geschichte und Entwicklung des Franz-Haniel-Platzes ist dabei auch ein Teil der Geschichte Ruhrorts.

Gedruckt am: 23. Februar 2012
 
Franz Haniel & Cie. GmbH · Franz-Haniel-Platz 1 · 47119 Duisburg · Deutschland
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