Alles begann 2004 mit einer Seminarreihe unter dem Motto „Halle in Japan – Japan in Halle“. Die Haniel Stiftung beschloss, sich für den Brückenschlag zwischen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Keiô Universität in Tokio langfristig zu engagieren. Inzwischen haben die beiden Hochschulen einen Kooperationsvertrag unterzeichnet und ein Doppel-Master-Programm entwickelt – das erste zwischen einer deutschen und einer japanischen Volluniversität.
Ein Studiengang – zwei Abschlüsse
Seit 2009 können Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen das zweijährige Doppel-Master-Programm absolvieren. Sie verbringen jeweils eine Hälfte der Studienzeit in Halle und Tokio, wo sie sich intensiv der deutschen beziehungsweise japanischen Sprache, Kultur und Wirtschaft widmen. So entstehen enge persönliche Kontakte und ein tieferes Verständnis füreinander. Am Ende erwerben die Studenten Abschlüsse beider Universitäten, was ihnen beste Chancen auf den Arbeitsmärkten eröffnet.
Online im Gespräch
Die Haniel Stiftung vergibt nicht nur Stipendien für das Doppel-Master-Programm, sondern auch für Kurz-, Jahres- und Forschungsaufenthalte. Um sich darauf vorzubereiten, nutzen die Stipendiaten das Internet: In einem Online-Seminar lösen Teilnehmer aus Deutschland und Japan gemeinsam Aufgaben. Ideen dazu tauschen sie in der jeweils fremden Sprache per Videokonferenz aus. Gefördert von der Haniel Stiftung sind die Online-Seminare fester Bestandteil des Japanologie-Studiums bei Professor Dr. Christian Oberländer.
Professoren zu Gast
Der Fokus liegt zwar auf der Studentenförderung, doch die Haniel Stiftung setzt sich auch für den Austausch von Dozenten ein: An der Martin-Luther-Universität wurde eine Stiftungsgastprofessur eingerichtet, die es japanischen Wissenschaftlern ermöglicht, in Deutschland zu lehren und zu forschen. Außerdem ist ein Austausch von Nachwuchswissenschaftlern zwischen der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Keiô Universität und dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle geplant. So wird die Zusammenarbeit zwischen Tokio und Halle intensiviert – vor allem in den Wirtschaftswissenschaften.