Top-Manager antworten
Seit 2007 können Studenten der Tongji-Universität in Shanghai am Haniel Group Stiftungslehrstuhl für marktorientierte Unternehmensführung und Entrepreneurship studieren. Doch welches Unternehmen steckt hinter dem Namen? Welche Strategie? Welche Karrierechancen? Diese Fragen beantworteten Vertreter des Konzerns beim dritten Haniel Day am 6. November 2009.
Gipfelstürmer
Mit dem Stiftungslehrstuhl hat Haniel ein Bindeglied zwischen dem Konzern und vielversprechenden Studenten geschaffen. Mehr als 150 Hochschüler haben in diesem Jahr die Chance genutzt und sich aus erster Hand über Haniel informiert. Der Inhaber des Stiftungslehrstuhls, Prof. Dr. Zheng Han betonte, dass Haniel als erfolgreiches Unternehmen in Familienbesitz Studenten zu unternehmerischem Denken und Handeln inspiriert. Für die Haniel-Familie war Aufsichtsratsvorsitzender Franz M. Haniel vor Ort und stellte den Teilnehmern unter anderem die Corporate Governance des Unternehmens vor: strikte Trennung von Familie und Management. Da keine Position im Konzern mit Mitgliedern der Eigentümerfamilie besetzt ist, kann es talentierter Managementnachwuchs bis an die Spitze schaffen.
Wachstumsmarkt China
Maximilian Teichner, Leiter der Abteilung Corporate Development/M&A, stellte die Strategie für die langfristige Konzernentwicklung vor. Er verwies dabei auf das Engagement des Haniel-Konzerns in Asien und betonte besonders die Bedeutung Chinas als wichtigen Zukunftsmarkt. Welche Chancen der Markteintritt in China für die Haniel-Unternehmensbereiche bietet und vor welchen Herausforderungen sie dort stehen, erläuterte beispielhaft Dr. Felix Zimmermann, Vorstandsvorsitzender von TAKKT.
Auch abseits der offiziellen Vorträge hatten sie Studenten Gelegenheit, sich mit Führungskräften aus dem Konzern auszutauschen. Von der Haniel-Holding waren vor Ort: Dr. Michael Prochaska, Leiter der Abteilung Corporate Human Resources, und Ulrich Dickel, Head of Mergers&Acquisition. Die Unternehmensbereiche und Beteiligungen waren vertreten mit Rita Schleicher, General Manager KAISER + KRAFT Asia, Lars Bolscho, Abteilungsleiter Markt-/Unternehmensentwicklung, und Tino Zeiske, Präsident Metro Cash&Carry China.
Werbung mit Mehrwert
Wie immer gehörte zum Haniel Day auch ein praktischer Teil, bei dem die Nachwuchskräfte ihre unternehmerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnten. Rund 70 Studenten hatten sich um die Teilnahme am Wettbewerb um den besten Business Plan beworben – 16 von ihnen schafften es in die zweite Runde. Ihre Aufgabe: Entwickeln Sie ein Geschäftsmodell für die Bereiche Handel oder handelsnahe Dienstleistungen. Ihre Konzepte präsentierten die Studenten beim Haniel Day in vier Teams vor einer hochkarätig besetzten Jury. Dazu gehörten unter anderem Prof. Han, Dr. Prochaska, Charles Li von ELG in China sowie Frank Feuerstacke und Sarah Mosig von Corporate M&A/PMI, CWS-boco International. Als Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs kürte das Gremium das Team „4 G(irls)“. Ihr Geschäftsmodell: Stimmt ein Handy-Nutzer zu, über sein Telefon regelmäßig Produktinformationen zu erhalten, bekommt er dafür im Gegenzug Gesprächsguthaben geschenkt. Damit sei es Unternehmen möglich, ihre Werbung gezielter zu platzieren.
Heimat einkaufen
Der zweite Platz ging an das Team „Phoenix“. Die Studenten dieser Gruppe entwickelten einen Business Plan für eine Supermarktkette, die sich vor allem an Menschen richtet, die langfristig im Ausland leben. In den Filialen sollen sie alle Spezialitäten und Produkte finden, die sie von Zuhause kennen. Natürlich gab es für die beiden prämierten Geschäftsideen auch Preise: Das Siegerteam hat eine Reise nach Hongkong gewonnen, die Zweitplazierten freuen sich auf einen Besuch in einer typisch deutschen Brauerei. Zudem wurden alle Finalisten in die Haniel China Talent Community aufgenommen.